Ein sehr undankbarer Beruf, jener des Schaffners. Immer wieder werden Schaffner in Italien brutal angefeindet und angegriffen, obwohl sie pflichtbewusst ihrer Arbeit nachgehen. Umso entsetzlicher der blutige Gewaltexzess am Montag auf einem Regionalzug bei Turin – dabei wollte der Schaffner den Schwarzfahrern sogar entgegenkommen.<BR /><BR />Der 44 Jahre alte Rosario Ventura ging gerade seiner täglich Arbeit nach und kontrollierte die Fahrkarten der Passagiere. So auch jene des 21-jährigen Fares Kamel Salem AlShahhat und seiner 16 Jahre alten Freundin. Eine banale Alltäglichkeit, die später für nationalen Aufruhr sorgen sollte.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1093548_image" /></div> <h3> „Ich werde keine Strafe verlangen. Ihr müsst lediglich für die Tickets aufkommen“</h3>Die beiden hatten kein Ticket vorzuweisen, dennoch wollte Rosario Ventura ihnen die Strafe ersparen: „Ich werde keine Strafe verlangen. Ihr müsst lediglich für die Tickets aufkommen“, war ihnen der gutmütige Schaffner entgegengekommen. Das 16-jährige Mädchen wurde daraufhin ausfallend und dürfte den Schaffner angespuckt und geschlagen haben, wie die italienische Tageszeitung „La Repubblica“ berichtet.<BR /><BR />„Sie sollen für ihre Fahrt bezahlen, wie jeder andere“, habe ein Fahrgast daraufhin entgegnet. Dann mischte sich der 21-jährige Freund des Mädchens ein und verpasste dem Schaffner offenbar ebenfalls einen Schlag. Ventura habe dem Paar deshalb angeordnet, den Regionalzug bei der nächsten Haltestelle in Rivarolo zu verlassen.<h3> Plötzlich zückte der 21-jährige Schwarzfahrer ein Messer</h3>Als in Rivarolo die Zugtüren aufgingen, griff der 44-jährige Schaffner nach einem Schlagstock in seiner Tasche. „Ich habe danach gegriffen, ihn aber weder gezeigt noch eingesetzt“, erklärte er gegenüber den Ermittlern. Wenige Augenblicke später war es Kamel, der ein Messer zückte und auf den 44-Jährigen einstach. Dabei verletzte er ihn an Schulterblatt und Arm.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1093551_image" /></div> <h3> „Die Liebe an meinem Beruf kann mir keiner nehmen“</h3> Für den mutmaßlichen Messestecher klickten die Handschellen, seine minderjährige Freundin wurde auf freiem Fuße angezeigt. Dass der 44-jährige Ventura einen Knüppel bei sich hatte, ändere laut Staatsanwaltschaft nichts an der Ermittlungslage. In etwa 2 Wochen sollten seine Stichwunden abgeheilt sein. Indes erholt sich der Schaffner von seinen Verletzungen, doch „die Angst bleibt. Dennoch kann ich es kaum erwarten, wieder zu arbeiten. Niemand kann mir die Liebe zu meinem Beruf nehmen, auch, wenn es mittlerweile zu viel Gewalt gibt“, erklärt Rosario gegenüber der italienischen Tageszeitung.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1093554_image" /></div> <h3> Aufruhr und Zugstreik in ganz Italien</h3>„Der Beruf des Schaffners ist ein schöner Beruf und wirtschaftlich sicherer Beruf. Allerdings entstellt durch die Gewalt und den fehlenden Respekt vor denen, die eine Uniform tragen und früh aufstehen, um ihre Pflicht zu tun“, postet die Frau des Opfers nach der blutigen Messerattacke auf Facebook. <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/achtung-heute-zugstreik" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Wie berichtet</a>, hatte der Angriff auf den 44-jährigen Schaffner italienweit für große Bestürzung gesorgt. Die Gewerkschaften riefen infolge einen nationalen Zugstreik für den darauffolgenden Dienstag aus. Für Donnerstag ist der nächste italienweite Zugstreik angekündigt.