Das Kind liegt nach einer geschädigten Herztransplantation in kritischem Zustand. Es wird seit dem 23. Dezember im Krankenhaus Monaldi behandelt. Der Bub mit einem schweren Herzfehler seit Geburt wird nur noch von einer ECMO-Maschine (Extrakorporale Membranoxygenierung) am Leben gehalten, eine Art künstliche Lunge und Herz. Beim Versuch, ihm ein Spenderherz einzupflanzen, wurde offensichtlich ein grober Fehler gemacht. Jetzt liegt er seit bald 60 Tagen im Koma. <BR /><BR />Die Ärzte beschreiben seinen Zustand als „sehr kritisch“. Die ECMO-Behandlung wird nicht abgestellt, da dies sofort lebensbedrohlich wäre. Andere nicht notwendige Therapien sollen hingegen beendet werden. Aus Krankenhauskreisen hieß es, der Bub könne nicht erneut am Herzen operiert werden. <BR /><BR />Die Ärzte haben mit der Zustimmung der Eltern des Kindes den therapeutischen Weg der schmerzlindernden Behandlung beschlossen. Der Bub liegt seit Weihnachten im Krankenhaus Monaldi in Neapel auf der Intensivstation. Beim Transport eines ersten Spenderherzens aus Bozen war das Ersatzorgan falsch gekühlt worden.<h3> Verdacht auf schwerste fahrlässige Körperverletzung</h3> Das Schicksal des Kindes bewegt Italien sehr. In den Medien ist der Fall seit Wochen ein großes Thema. Die Mutter des Buben, Patrizia Mercolino, dankte für die Zuneigung und Nähe. „Ich danke von Herzen all jenen, die mir Hilfe angeboten haben, aber ich möchte sagen, dass ich kein Geld annehme. Stattdessen wünsche ich mir, dass Spenden an die Organisation für Transplantationen Aido gehen“, sagte die Frau.<BR /><BR /> Ins Ermittlungsregister zum Fall der missglückten Herztransplantation könnten bald neue Namen eingetragen werden. Die Eltern des Kindes haben vor Ort Anzeige erstattet. Die Staatsanwaltschaft Neapel ermittelt wegen Verdacht auf schwerste fahrlässige Körperverletzung gegen sechs Personen, die dem Transplantationsteam angehörten.<BR /><BR /> Der Fokus der Ermittler liegt auf dem Trockeneis, auf das das Spenderorgan gebettet worden sei und das es beschädigt habe. Sie prüfen woher das Eis stammte, wer es bereitgestellt hat und vor allem, wer die Entscheidung traf, es anstelle von herkömmlichem Eis zu benutzen.