Sein Anwalt, Andrea Miroli, erklärte, dass sein Mandant „verzweifelt“ sei. Er habe um ein Treffen mit seinem Sohn gebeten und mit Suizid gedroht. Wie in solchen Fällen üblich, wurden die strengen Gefängnisprotokolle aktiviert, um mögliche Selbstverletzungen zu verhindern.<BR /><BR />Anwalt Miroli bezeichnete Carlomagnos Eltern als „Opfer“. „Dieser Fall zeigt einmal mehr, dass auch die Familienangehörigen von jemandem, der ein so schweres Verbrechen begeht, Opfer sind. Opfer eines Verbrechens, dessen Folgen sich schmerzhaft auch auf diejenigen auswirken, die keinerlei Verantwortung dafür tragen - ein dramatischer Höllenabstieg, den sie auf tragische Weise ertragen mussten“, so der Anwalt. Er betonte, dass „Respekt und Privatsphäre“ in Bezug auf den Selbstmord der Eltern notwendig seien.<BR /><BR />Am Montag soll der Auftrag für die Obduktionen des Ehepaares erteilt werden, deren Leichen an das Institut für Rechtsmedizin der Sapienza-Universität in Rom überführt wurden. Die Ermittler sind sich sicher, dass es sich um Selbstmord handelte. Vermutet wird, dass das Paar den Schmerz und die Schande nicht ertragen konnten. Der Alarm wurde ausgelöst, als der andere Sohn des Paares einen Abschiedsbrief in seiner Wohnung in Rom fand, nachdem die Eltern nach ihrem Aufenthalt bei ihm in der Hauptstadt nach Anguillara zurückgekehrt waren. Der Sohn alarmierte eine Tante, die die Leichen im Garten des Hauses fand. Die Carabinieri führten am Abend eine gründliche Untersuchung in der Wohnung des Paares durch und beschlagnahmten die Nachrichten, die das Ehepaar hinterlassen hatte. <BR /><BR />Die Ermittlungen gehen weiter, um die „dunklen Zonen“ in der Aussage von Claudio Carlomagno zu klären und auszuschließen, dass andere Personen in die Ereignisse nach dem Femizid verwickelt waren. Vermutet wird, dass jemand Carlo Carlomagno bei der Begrabung der Leiche auf einem Grundstück im Besitz der Firma, die er mit seinem Vater leitete, geholfen habe. Am Mittwoch sollen die Carabinieri zusammen mit Experten des RIS (wissenschaftliche Ermittlungsabteilung) erneut das Haus in Anguillara aufsuchen, in dem Carlomagno und seine Frau Federica Torzullo lebten, um auch das Auto einer genauen Untersuchung zu unterziehen. Zudem setzen die Ermittler die Suche nach der Tatwaffe fort. <BR /><BR />In der Gemeinde Anguillara, in der Maria Messenio, Carlomagnos Mutter, bis zu ihrem Rücktritt nach der Festnahme ihres Sohnes Sicherheitsbeauftragte war, herrscht Entsetzen über die letzten dramatischen Entwicklungen. Bürgermeister Angelo Pizzigallo betonte in einem Post, dass „angesichts solcher Tragödien Worte nur schwer einen Platz finden“.