Der erste Rücktritt eines Papstes seit mehr als 700 Jahren könnte die Tür für eine Begrenzung der Amtszeit öffnen. Nach Einschätzung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) hat Benedikt mit seinem Rückzug einen neuen Standard gesetzt.ZdK-Generalsekretär Stefan Vesper sagte am Dienstag im ARD-„Morgenmagazin“, der Papst habe miterlebt, wie sein Vorgänger Johannes Paul II. über Jahre sehr krank war und die Kirche keine richtige Leitung hatte. „Das wollte er sich nicht zumuten. Das wollte er der Kirche nicht zumuten – und vielleicht wollte er das auch der Welt nicht zumuten.“Der Rücktritt des Papstes zwingt die katholische Kirche nach Ansicht des Frankfurter Theologen Knut Wenzel, Regeln für einen Rückzug von Kirchenoberhäuptern zu schaffen. Auch eine Wahl auf Zeit oder sogar Abwahl hält Wenzel auf lange Sicht keineswegs für unmöglich. Man müsse nun sehen, ob sich dies mittel- oder langfristig zu einer „ganz neuen Kultur des Umgangs mit dem kirchlichen Amt“ führe. „Ein Amt, das man nur auf Zeit innehat, wäre ja zum Beispiel auch ein Wahlamt, von dem man auch abgewählt werden könnte.“Rund zwei Wochen bleiben Benedikt noch im Amt. Fest steht, dass sich der Papst mit einem kleinen Programm verabschieden wird, das ganz auf die Fastenzeit vor Ostern ausgerichtet ist. Danach beginnt am 28. Februar um 20 Uhr die Zeit der Sedisvakanz. Benedikt wird sich dann in ein Kloster zurückziehen.dpa