<b>Von Martin Tinkhauser<BR /></b><BR />Roxana ist zehn Jahre alt und stammt aus Hiliseu-Horia, einem rumänischen Dorf im Grenzgebiet zur Ukraine und zur Republik Moldau. Im Alter von acht Jahren hat Roxana eine Gasexplosion mit anschließendem Brand im Haus der Nachbarn überlebt, wurde dabei aber schwer verletzt.<BR /><BR />„Nach dem Unfall wurde Roxana in einer Klinik in Bukarest über Monate behandelt. Neben all den Schmerzen, die sie aushalten musste, sind Roxana eine Verstümmelung beider Hände sowie Narben im Gesicht und an den Beinen zurückgeblieben“, erzählt Elsa Wolfsgruber aus Mühlbach.<h3> Elsa Wolfgruber hat Roxana im Mai 2025 nach Südtirol geholt </h3>Wolfsgruber kennt die Familie Roxanas über ihr Hilfsprojekt „Kinder in Not“, das sie im Jahr 1999 gegründet hat und das Kindern im rumänischen Dorf Pomirla hilft und ihren Familien nach Möglichkeit Unterstützung bietet. Bei der Verteilung der Hilfsgüter aus Südtirol hat Elsa Wolfsgruber auch Nachbardörfer von Pomirla versorgt, und dazu zählt eben auch Hiliseu-Horia. Roxanas Mutter war bei ihrer Geburt mit gerade einmal 15 Jahren selbst noch ein Kind.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1345056_image" /></div> <BR /><BR />Elsa Wolfgruber hat Roxana im Mai 2025 nach Südtirol geholt und hier über ihr Netzwerk und soziale Medien nach einer Möglichkeit gesucht, dem Mädchen zu helfen und ihr den Start in ein besseres Leben zu ermöglichen. „Die erste Zeit in Südtirol war Roxana verständlicherweise ziemlich verschlossen. Sie konnte kein einziges Wort in deutscher oder italienischer Sprache“, erinnert sich Wolfsgruber. „Jetzt, nach einem Jahr, kann man mit ihr im Pusterer Dialekt reden“, sagt sie und lacht. Roxana besuchte das vorige Schuljahr die Grundschule in Uttenheim und durfte dort zu ihrer großen Begeisterung auch zur Erstkommunion gehen.<h3> „In diesem knappen Jahr haben Christiane Willeit und Roxana ein kleines Wunder zustande gebracht“</h3>„Den Hilfe-Aufruf von Elsa im Mai 2025 habe ich gelesen“, erklärt Theresia Prantner. „Über meine Arbeit als langjährige Krankenhausclownin kenne ich Dr. Alexander Gardetto als Facharzt für plastische- und rekonstruktive Chirurgie und hervorragenden Spezialisten in der Handchirurgie an der Privatklinik Brixsana in Brixen. Sein berufliches Fachgebiet schien mir genau das richtige für Roxana“, sagt Prantner. „Ich habe Dr. Gardetto kontaktiert und ihm die Situation erklärt. Wir bekamen einen Termin in der Brixsana, damit sich der Arzt selbst ein Bild vom Ausmaß der Verstümmelungen und Narben bei Roxana machen konnte.“<BR /><BR />Dr. Gardetto bot seine Hilfe an, und dank seiner Initiative im Haus haben Ärztinnen und Ärzte, Pflegerinnen und Pfleger sowie die Klinikleitung unter Marco Comploi die gesamte Behandlung Roxanas und deren Kosten übernommen.<BR /><BR />Für bestimmte Therapieformen arbeitet Dr. Gardetto mit der Mühlbacher Physiotherapeutin Christiane Willeit zusammen. Sie hat u. a. eine Ausbildung zur zertifizierten Handtherapie, und auch sie bot ihre kostenlose Hilfe an. Willeit war damit die erste Anlaufstelle für Roxana in diesem Südtiroler Hilfsprojekt.<BR /><BR />„Seit Roxana in Südtirol ist, haben wir mit Christiane Willeit Physio- und Ergotherapie gemacht. Ziel war es, den Händen so viel wie möglich ihrer ursprünglichen Bewegung zurückzugeben, denn alles was an eigenen Verbesserungen machbar ist, kann chirurgisch nicht besser gemacht werden“, sagt Dr. Gardetto.<BR /><BR />„In diesem knappen Jahr haben Christiane Willeit und Roxana ein kleines Wunder zustande gebracht“, ergänzt der Chirurg. Bis wenige Tage vor der Operation hatten Roxanas Hände wieder 70 bis 80 Prozent ihrer Funktionsfähigkeit erreicht.<h3> Roxana: „Wenn ich groß bin, will ich Ärztin werden, um so wie Dr. Gardetto anderen zu helfen.“</h3>Die nächsten Schritte waren dann nur mehr chirurgisch machbar, und dieser Eingriff wurde letzthin vom OP-Team der Brixsana durchgeführt, wobei das gesamte Team, darunter auch Anästhesist Dr. Claudio Matuella und Orthopäde Dr. Helmut Volgger, kostenlos arbeitete.<BR /><BR />„Über vier Stunden haben wir in einem mehrköpfigen Team operiert. Wir konnten über eine Transplantation eine Sehne rekonstruieren, Narben mit mikrochirurgischer Lappenplastik korrigieren und über Hauttransplantate auch die Finger wieder weitgehend funktionstüchtig machen. Auch die für ein junges Mädchen schwer beeinträchtigenden Narben im Gesicht konnten wir im Zuge der Operation korrigieren“, erklärt Dr. Gardetto den Eingriff.<BR /><BR />Dr. Gardetto reist seit 16 Jahren jeweils zwei Wochen im Jahr nach Afrika und seit einem Jahr auch in die Ukraine, um dort Einheimische und in der Ukraine auch Soldaten kostenlos medizinisch zu versorgen.<BR /><BR />Nach einer Nacht in der Klinik konnte Roxana die Brixsana bereits wieder verlassen. Inzwischen haben die Rehabilitation und die weitere Behandlung bei Christiane Willeit und in der Brixsana begonnen.<BR /><BR />Roxana freut sich, endlich wieder ihre Hände gut benutzen zu können, und seit Dr. Alexander Gardettos Behandlung steht für sie fest: „Wenn ich groß bin, will ich Ärztin werden, um so wie Dr. Gardetto anderen zu helfen.“<h3> Hilfe dank Spenden</h3>Seit vielen Jahren reist Dr. Alexander Gardetto (im Bild unten mit dem Mädchen Roxana) nach Afrika, um dort im Rahmen des Hilfsprojekts „Help to life“ ehrenamtlich Menschen zu helfen. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1345059_image" /></div> <BR /><BR />In der Ukraine operiert er im Rahmen des Projekts „Renovua“, koordiniert von Stefan Nicolussi, hauptsächlich Patienten mit Amputationsverletzungen. Elsa Wolfsgruber unterstützt seit vielen Jahren mit ihrem Hilfsprojekt „Kinder in Not“ Kin- der und ihre Familien im rumänischen Pomirla und Umgebung. Alle diese Projekte sind auf Unterstützung und Spenden angewiesen.