Mittwoch, 26. Mai 2021

Nach Seilbahn-Unglück: Das sagt der Anwalt eines Festgenommenen

Ingenieur Enrico Perocchio, der wegen des Seilbahnunglücks von Mottarone festgenommen worden ist, ist von den Ermittlern noch nicht angehört worden und hat auch keine Aussage gemacht. Dies stellt sein Anwalt Andrea Da Prato gegenüber der ANSA klar.

14 Menschen verloren beim Unglück ihr Leben.
14 Menschen verloren beim Unglück ihr Leben. - Foto: © APA/AFP / HANDOUT
„Perocchio ist ein äußerst gewissenhafter Ingenieur“, betont Da Prato. Er lebt in Biella und ist der Betriebsdirektor der Seilbahn Stresa-Mottarone, sowie anderer Anlagen. Diese Tätigkeit übt er als Freiberufler neben seiner Anstellung beim Unternehmen Leitner aus.

„Er hat die verschiedenen Eingriffe der letzten Monate rekonstruiert und kann sich den Seilbruch nicht erklären, auch weil alle Prüfungsberichte immer positiv ausgefallen sind“, fährt sein Anwalt fort. Die Sperre der Notbremse bei besonderen Eingriffe vorgesehen, „aber natürlich nie bei einem Personenbetrieb“.

Der Anwalt erzählt, dass sein Mandant als „informierte Person“ in die Carabinieri-Kaserne von Stresa gerufen worden sei. Er sei gegen Mitternacht eingetroffen und gegen 3 Uhr habe man ihn festgenommen, ohne dass er angehört worden sei.

„Jemand wird die Verantwortung für getätigte Aussagen übernehmen“, so Da Prato, der sich „verwundert“ über die Festnahme äußert. „Ich frage mich, womit die vermeintliche Fluchtgefahr einer Person zu rechtfertigen ist, die als informierte Person angehört werden wollte“, so der Anwalt.

Zum Unglück war es am Sonntag gekommen. 14 Menschen verloren dabei ihre Leben.

Ein 5-jähriger Bub, der kleine Eitan, überlebte.

Nach dem schrecklichen Unglück am Lago Maggiore geht der Blick auch auf die 360 Seilbahnanlagen in Südtirol. Wie sicher diese sind und warum Markus Pitscheider, langjähriger Direktor des Amtes für Seilbahnen, ein derartiges Unglück hierzulande für nahezu ausgeschlossen hält lesen Sie auf s+.




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