Die Ausrüstung für das Frühwarnsystem werde in der Flussregion im Distrikt Rasuwa aufgebaut, in der vergangene Woche ein Gletscherabbruch eine gewaltige Schlamm- und Gerölllawine ausgelöst hatte. Fast 4.000 Menschen werden noch vermisst.<BR /><BR />Kern des Vorhabens sei ein Satellitensystem (VSAT), das die Datenübertragung der Überwachungsposten auch bei einem Ausfall der Mobilfunknetze sichern soll. Ein solcher Netzausfall hatte sich bei der Flut in der vergangenen Woche ereignet und mindestens vier Messstationen lahmgelegt. Der Chef der nepalesischen Katastrophenschutzbehörde NDRRMA, Dharma Raj Upreti, bestätigte den Aufbau neuer Stationen sowie die Installation neuer Kameras. Diese würden den Behörden Echtzeitdaten über den Wasserstand liefern. „Auf dieser Grundlage werden die Behörden SMS-Warnungen versenden, sobald neue Überschwemmungen drohen“, sagte er.<BR /><BR />Ein Frühwarnsystem würde den Verantwortlichen nur wenige Minuten Zeit geben, um die flussabwärts gelegenen Gemeinden zu alarmieren. Dieses kurze Zeitfenster könnte sich jedoch als entscheidend erweisen. Bei der Katastrophe in der vergangenen Woche traf die Sturzflut einen Grenzübergang zwischen Nepal und der chinesischen Region Tibet um 8.32 Uhr, eine öffentliche Warnung wurde einem Reuters-Bericht zufolge jedoch erst um 9.13 Uhr herausgegeben. Nepal hatte China bereits in den Monaten vor der Flutkatastrophe um einen detaillierteren Austausch von Echtzeitdaten über Gletscherbewegungen und Wasserstände gebeten.<BR /><BR />Die Zahl der Todesopfer stieg mittlerweile auf mehr als 1.270. In Nepal wurden inzwischen 1.252 Leichen geborgen, wie die Katastrophenschutzbehörde in Kathmandu am Donnerstag mitteilte. Chinesische Staatsmedien hatten zuvor 21 Tote in Tibet gemeldet.<BR /><BR />Die Sturzflut hatte am Mittwoch vergangener Woche im Grenzgebiet zwischen Nepal und Tibet ganze Ortschaften zerstört. Auf beiden Seiten der Grenze suchten Rettungsteams am Donnerstag weiter nach mehr als 4.750 Vermissten. In Nepal werden nach Behördenangaben 4.216 Menschen vermisst, chinesische Staatsmedien meldeten mehr als 541 Vermisste in Tibet. Unter den Vermissten sind auch fast 600 Ausländer, von denen viele auf Trekking- oder Pilgerreisen im Himalaya unterwegs waren.<BR /><BR />Ursache der Katastrophe war nach Einschätzung von Fachleuten aus China und den USA ein Gletscherabbruch am mehr als 7.000 Meter hohen Berg Langtang Lirung in Nepal. Eine dadurch ausgelöste gigantische Flutwelle aus Wasser, Schlamm und Geröll schoss durch enge Flusstäler und riss auf beiden Seiten der Grenze Häuser, Straßen, Wasserkraftwerke und Menschen mit.