Die aus Suisio in der Provinz Bergamo stammende Alice hatte sich mit ihren Haaren in der Ansaugung einer kleinen Poolanlage verfangen und konnte sich nicht mehr aus eigener Kraft befreien. Das Kind starb im Gaslini-Krankenhaus in Genua - ihre Eltern spendeten die Organe.<BR /><BR />Zivilschutzminister Nello Musumeci erklärte, der Tod der Elfjährigen Alice zeige dringenden Handlungsbedarf in Sachen Sicherheit der Swimmingspools. In den vergangenen drei Monaten seien fünf Minderjährige in Italien bei Unfällen in Schwimmbädern ums Leben gekommen. Ein Gesetzentwurf zur Stärkung der Sicherheit in den Schwimmbädern umfasst 36 Artikel. Er sieht neue Anforderungen für öffentliche Anlagen, gemeinschaftlich genutzte Schwimmbäder sowie private Pools vor. Die Regelungen betreffen vor allem Schwimmbäder, die öffentlich zugänglich sind oder von größeren Gruppen genutzt werden - etwa Anlagen in Hotels, Campingplätzen oder Ferienanlagen. <BR /><BR />Auch Wasserparks und private Schwimmbäder sollen künftig strengeren Vorgaben unterliegen. Vorgeschrieben werden unter anderem Sicherheitsstandards bei Planung, Wasserversorgung und Ausstattung der Anlagen. Für öffentliche Schwimmbäder soll künftig ein Erste-Hilfe-Raum vorgesehen werden, während private Poolbesitzer eine Erste-Hilfe-Ausrüstung bereithalten müssen.<BR /><BR />Zudem führt der Entwurf klare Verantwortlichkeiten ein. Vorgesehen sind unter anderem ein Poolverantwortlicher, ein Sicherheitsbeauftragter für Badegäste sowie geschulte Rettungsschwimmer. Ziel ist es, die Kontrolle und Überwachung der Anlagen zu verbessern. Bei Verstößen drohen empfindliche Strafen. <BR /><BR />Öffentliche oder gemeinschaftlich genutzte Schwimmbäder, die keine ausreichende Betreuung oder Überwachung der Badegäste gewährleisten, könnten mit Geldbußen von bis zu 6.000 Euro belegt werden.<BR /><BR />Neben strengeren gesetzlichen Vorschriften appellierte Minister Musumeci auch an Eltern und Aufsichtspersonen, Kinder im Wasser niemals unbeaufsichtigt zu lassen. Ein entsprechender Gesetzentwurf der Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni soll nach Angaben Musumecis noch in diesem Monat den zuständigen Parlamentsausschuss passieren und anschließend zügig verabschiedet werden. Seit Anfang<BR />2022 sind 75 Personen bei Unfällen in Schwimmbädern ums Leben gekommen, teilte die Italienische Gesellschaft für Umweltmedizin<BR />(Sima) mit.<BR /><BR />Die Bilanz umfasst Todesfälle in privaten Pools, öffentlichen Schwimmbädern, Thermenanlagen sowie Schwimmbädern in Hotels und anderen touristischen Einrichtungen. Zwischen dem 1. Jänner 2022 und dem 16. Juli 2026 kamen demnach durchschnittlich rund 16 Menschen pro Jahr in italienischen Schwimmbädern ums Leben. <BR /><BR />Damit liegt die Zahl deutlich unter dem Jahresdurchschnitt von etwa 30 Todesfällen, den das italienische Gesundheitsinstitut ISS für den Zeitraum 2017 bis 2021 ermittelt hatte. Zusätzlich zu den Schwimmbadunfällen sterben in Italien jedes Jahr rund 400 Menschen durch Ertrinken in Gewässern wie Meer, Seen oder Flüssen. Die häufigste Todesursache in Schwimmbädern sind gesundheitliche Notfälle: Rund 44 Prozent der Fälle gehen demnach auf plötzliche Beschwerden zurück. Besonders gefährdet sind Kinder. In mehr als der Hälfte der tödlichen Schwimmbadunfälle sind die Opfer jünger als zwölf Jahre.<BR /><BR />Sima-Präsident Alessandro Miani rief zu mehr Vorsicht auf. Kinder müssten in der Nähe von Wasser jederzeit von Erwachsenen beaufsichtigt werden. Eltern dürften sich auch dann nicht ablenken lassen, wenn die Kinder gerade nicht im Wasser seien. Zudem sollten Badegäste nur Anlagen mit geschultem Aufsichtspersonal nutzen, die Wassertiefe prüfen und nicht ins Wasser gehen, wenn der Körper überhitzt sei oder nach Alkoholkonsum. Auch ein langsames Abkühlen vor dem Schwimmen sei wichtig: Der Körper müsse sich an den Temperaturwechsel gewöhnen, bevor man vollständig ins Wasser gehe.<BR /><BR />Immer wieder kommt es zu schweren Unfällen durch die Sogkraft von Poolpumpen. Welche Gefahren in unseren Schwimmbecken lauern – und worauf man unbedingt achten sollte, hat uns Robert Gasparini, Poolexperte von Gasparini Wellness Technology aus Sterzing, erklärt. <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/albtraum-im-pool-wenn-die-ansaugpumpe-zur-toedlichen-falle-wird" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Hier der Artikel.</a>