Zu den laufenden Ermittlungen äußerten sich die Behörden bislang nicht. Unklar ist unter anderem, welche Ausrüstungsgegenstände von den finnischen Rettungstauchern geborgen und von den maledivischen Behörden sichergestellt wurden. Auch die Staatsanwaltschaft in Rom hat inzwischen Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung aufgenommen.<BR /><BR />Unterdessen versuchten erfahrene Taucher im Touristenhafen von Hulhumale nahe der Hauptstadt Male das Unglück einzuordnen. Demnach seien Höhlentauchgänge in dem Gebiet besonders riskant. Fehlende Sicht durch aufgewirbelten Sand und die begrenzte Luftversorgung in größeren Tiefen könnten schnell lebensgefährlich werden. <BR /><BR />Informationen aus Ermittlerkreisen zufolge hatten die fünf italienischen Taucher Lampen, Tauchcomputer und Videokameras bei sich. Hinweise auf eine Führungsleine, wie sie bei Höhlentauchgängen üblich ist, gebe es dagegen bislang nicht. Die Gruppe soll zudem nur jeweils eine einzelne Pressluftflasche mitgeführt haben. Alle Flaschen seien leer geborgen worden.<BR /><BR /> Der finnische Rettungstaucher Sami Paakkarinen erklärte, die Gruppe habe nicht über eine für Höhlentauchgänge optimale Ausrüstung verfügt. Problematisch seien vor allem die geringe Luftreserven und die Unterschätzung der Risiken gewesen. „Die häufigste Todesursache in Höhlen ist menschliches Versagen“, sagte er. Bei dem Unglück kamen der 44-jährige Taucher aus Padua Gianluca Benedetti, die Ökologin Monica Montefalcone (51), außerordentliche Professorin an der Universität Genua, ihre 23-jährige Tochter Giorgia Sommacal, der Meeresbiologe Federico Gualtieri (31) sowie die Forscherin Muriel Oddenino (31) ums Leben.<h3> Banges Warten auf die Leichen</h3>Inzwischen wartet Carlo Sommacal in Genua auf die Rückführung der Leichen seiner Frau Monica Montefalcone und seiner Tochter Giorgia Sommacal nach Genua. „Ich bin mit meinem Sohn in Genua geblieben, weil man mir gesagt hatte, dass ich mich den Särgen nicht nähern könne. Nicht einmal für eine letzte Berührung“, sagte Sommacal gegenüber Medien. Die Leichen sollten unmittelbar in ein Institut gebracht werden, in dem die Obduktionen durchgeführt werden.<BR /><BR />Der Mann schilderte Tage voller Ungewissheit und belastender Gespräche mit Behörden und dem italienischen Außenministerium. Dabei habe er unter anderem Angaben zur Identifizierung der Opfer machen müssen, darunter körperliche Merkmale. Die rechtsmedizinischen Untersuchungen sollen die genaue Todesursache klären und zur Rekonstruktion des Unglücks beitragen.