Guido Avi, ist mit 108 Jahren und 122 Tagen nun der der älteste Mensch in der Region Trentino-Südtirol und zugleich auch der älteste Priester in der Diözese Trient. Geboren wurde er am 14. Februar 1918 und stammt aus Vigalzano bei Pergine Valsugana, wo er bis heute lebt. Italienweit belegt er derzeit laut der Website www.supercentenariditalia.it den 60. Platz in der Rangliste der ältesten noch lebenden Personen.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1324956_image" /></div> <BR /><BR />Don Guido Avi ist auch bekannt, weil er als Pfarrer von Noriglio im Vallagarina eine Gruppe italienischer und alliierter Soldaten aufnahm, die nach dem 8. September 1943 vor den Deutschen geflohen waren.<BR /><BR />„Obwohl die Deutschen rücksichtslos Jagd auf sie machten und denjenigen, die sie aufnahmen, die Todesstrafe androhten, nahm Don Guido Avi sie mehrere Tage lang in seinem Haus auf, versorgte ihre Wunden, die sie sich beim Sprung aus dem Zug zugezogen hatten, verschaffte ihnen Lebensmittel, und als die größte Gefahr vorüber war, gab er ihnen Landkarten, Essen und Trinken, Lebensmitteln, Zivilkleidung und Geld“, schrieb 1945 der ehemalige Bürgermeister von Rovereto, Giorgio Sartori, mit dem Don Avi befreundet war, wie er in seinem autobiografischen Buch „Ein Evangelium der Geschichte und der Vorsehung“ berichtet.<h3> Don Avi konzelebriert noch manchmal die Messe</h3>Im Jahr 1945 half der Priester außerdem bei der Rettung eines anderen Soldaten, diesmal eines Deutschen, der sich zur Desertion entschlossen hatte. Don Avi überwand die Straßensperren in Folgaria und in der Valsugana und brachte ihn sicher in sein Haus in Vigalzano. Dort konzelebriert er auch noch manchmal die Messe.<h3> Ältester Südtiroler ist Bruno Bertoldi</h3>Nur um wenige Monate jünger ist Bruno Bertoldi, der mit seinen107 Jahren und 236 Tagen die derzeit älteste lebende Person in Südtirol ist. Laut www.supercentenariditalia.it belegt er den 107. Platz in der Liste der ältesten noch lebenden Personen in Italien. <BR /><BR />Geboren wurde er am 23. Oktober 1918 in Mitterndorf an der Fischa in Niederösterreich, aufgewachsen ist er in Carzano (Trient) und lebt schon seit langer Zeit in Bozen.<BR /><BR />Bertoldi hat ein bewegtes Leben hinter sich. Im Jahr 1943 erschossen Wehrmachtsoldaten auf der griechischen Insel Kefalonia tausende italienische Kriegsgefangene. Bruno Bertoldi hat dieses Massaker miterlebt und überlebt. Er ist der einzige noch lebende Zeuge dieses Gemetzels.<BR /><BR />Die Landespresseagentur zeichnete anlässlich seines 100. Geburtstages im Jahr 2018 seine Biografie nach: Bertoldi wurde 1937 in Bozen zum Militärdienst einberufen und der Division Acqui zugewiesen. Mit dieser landete er zunächst in Albanien und wurde dann auf der Insel Kefalonia stationiert, wo er das Massaker vom 8. September 1943 dank Südtiroler Hilfe überlebte: Der österreichische Soldat, dem befohlen wurde, Bertoldi zu erschießen, war ein Südtiroler Optant, dem Bertoldi bereits einmal sein Leben zu verdanken hatte und der ihm auch bei dieser Gelegenheit die Flucht ermöglichte. <BR /><BR />Eine griechische Familie gewährte ihm Unterkunft, bis sich Bertoldi nach Beendigung des Massakers der Wehrmacht auslieferte und per Zug nach Polen mit Endziel Minsk in der Ukraine verfrachtet wurde. Hier arbeitete Bertoldi sechs Monate lang als Mechaniker, bevor er von den Partisanen – denen anzuschließen er sich zuvor geweigert hatte - an die Rote Armee ausgeliefert wurde. Dies geschah zu einem Zeitpunkt, als sich das Schicksal des Krieges zugunsten der Russen wandte und sich die Deutschen auf den Rückzug machten. <h3> Bertoldi überlebte ein weiteres Mal</h3>Ein weiteres Mal überlebte Bertoldi: Es gelang ihm die Flucht aus dem Güterzug, in den er verladen worden war. Zwei Monate lang zog der Soldat durch die gefrorene Steppe, bis er das Tambow-Lager im Südwesten Russlands erreichte, von wo aus er dann nach Türkistan überführt wurde, wo er sechs Monate lang Zwangsarbeit bei der Baumwollernte in einem Gulag leistete. Der Oktober 1945 brachte Bertoldi die Freiheit: Im Zug legte er die 17.000 Kilometer nach Wien und von dort weiter bis in die Valsugana zurück, wo seine Mutter und seine Freunde ihren Augen nicht trauen wollten.<BR /><BR />Im Jahr 2013 sagte Bertoldi in Rom im Prozess gegen den ehemaligen Gebirgsjäger Alfred Stork aus. Der damals 90 Jahre alte Unteroffizier der Gebirgsjäger wurde beschuldigt, „mindestens 117 italienische Offiziere“ auf der Insel Kefalonia getötet zu haben. Das Gericht in Rom verurteilte Stork in Abwesenheit zu lebenslanger Haft.<BR /><BR />Zu Bertoldis 107. Geburtstag im Oktober 2025 gratulierte neben seiner Familie auch der Präsident der Südtiroler ANPI, Guido Margheri. Er zähle zu den angesehensten Mitgliedern der Nationalen Vereinigung der Partisanen Italiens (ANPI). „Sein Geburtstag ist Anlass zu Reflexion und ein Aufruf zu gesellschaftlichem Engagement“, schrieb die ANPI damals in einer Mitteilung.<h3> Männer meist nur vereinzelt in den Rankings vertreten</h3>Bemerkenswert ist, dass sowohl in der Provinz Bozen als auch in der Provinz Trient Männer das Altersranking anführen, denn statistisch ist eine deutlich höhere Lebenserwartung bei Frauen zu beobachten. Insgesamt werden diese Listen fast vollständig von Frauen dominiert, während Männer nur vereinzelt unter den Spitzenplätzen erscheinen. <BR /><BR />In Italien etwa haben zwischen 2009 und 2025 insgesamt 222 Personen ein Alter von über 110 Jahren erreicht, darunter lediglich 17 Männer – das entspricht rund acht Prozent.<BR /><BR />Die nun verstorbene Isabella Pelà war mit 111 Jahren die älteste Person der Region Trentino-Südtirol und einzige Super-Hundertjährige (Menschen ab 110 Jahre). Italienweit lag sie in der Rangliste der ältesten Menschen auf Platz 8. <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/aelteste-suedtirolern-ist-tot-isabella-pela-mit-111-jahren-gestorben" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">(STOL hat berichtet)</a><h3> Älteste lebende Italienerin und ältester lebender Italiener</h3>Die derzeit älteste Frau Italiens ist Lucia Laura Sangenito. Sie wurde am 22. November 1910 geboren, lebt in Sturno in Kampanien und feierte im vergangenen Jahr ihren 115 Geburtstag. <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/aelteste-frau-italiens-feiert-heute-ihren-115-geburtstag" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">(Wir haben berichtet)</a><BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1324713_image" /></div> <BR /><BR />Der derzeit älteste Mann Italiens und nach Lucia Laura Sangenito gleichzeitig auch der zweitälteste Mensch Italiens ist Vitantonio Lovallo. Er ist 112 Jahre alt, wurde am 28. März 1914 geboren und lebt in Avigliano in der Basilikata.<h3> Die älteste Italienerin überhaupt</h3>Mit einem bestätigten Alter von 117 Jahren und 137 Tagen war Emma Morano die bisher älteste Person Italiens. Sie wurde am 29. November 1899 geboren und starb am 15. April 2017 in Verbania im Alter von 117 Jahren und 137 Tagen.