Es waren tragische Szenen, die sich am Abend des 28. Mai vor einer Bar der Q8-Tankstelle an der Brennerstraße in Kardaun ereignet haben sollen: Wie aus den Aufnahmen einer Überwachungskamera hervorgeht, soll der 67-jährige Manfred Rigger vor der Bar gesessen haben, als der Tatverdächtige M.D. (55) gegen 18.30 Uhr das Lokal verließ. Nach bisherigen Erkenntnissen soll Rigger M.D. dabei etwas zugerufen haben. In der Folge kam es zur fatalen Auseinandersetzung, bei der M.D. dem 67-Jährigen einen einzigen Schlag in den Kopf- und Halsbereich versetzt haben soll. Rigger soll dadurch das Gleichgewicht verloren haben, zu Boden gestürzt und mit dem Kopf heftig auf den Asphalt geprallt sein. Trotz Erstversorgung vor Ort und einer zweiwöchigen Behandlung im Bozner Krankenhaus verstarb er am Mittwoch an seinen schweren Verletzungen. <h3> Hintergründe noch unklar</h3> Mit Riggers Tod rückt nun die Frage in den Mittelpunkt, ob der Schlag oder der anschließende Aufprall auf den Boden die tödlichen Kopfverletzungen verursacht hat. Gegenstand der Ermittlungen unter der Leitung von Staatsanwältin Sara Rielli ist auch die Frage, ob jene Worte der Auslöser des Streits waren, die Rigger dem Verdächtigen zugerufen haben soll. Zeugenaussagen zufolge sollen sich die beiden Männer seit Längerem gekannt haben.<BR /><BR />Licht ins Dunkel soll Anfang kommender Woche eine Obduktion an Riggers Leiche bringen. Dann dürfte die Staatsanwaltschaft auch entscheiden, ob der Vorwurf des Mordversuchs in den Straftatbestand der Körperverletzung mit Todesfolge (Art. 584 StGB) umgewandelt wird. In dem Fall würde M.D. laut Strafgesetz eine Haftstrafe von zehn bis 18 Jahren drohen.<h3> Hausarrest abgelehnt</h3>Sein Verteidiger, der Rechtsanwalt Dominik Schöpf, hat indes für seinen Mandanten eine Einvernahme beantragt. Bei dieser soll M.D. die Möglichkeit erhalten, seine Version der Geschehnisse darzulegen. Diese dürfte voraussichtlich in zwei Wochen stattfinden. Derzeit befindet sich M.D. im Bozner Gefängnis in vorbeugender Verwahrungshaft. Untersuchungsrichter Emilio Schönsberg hatte einen Antrag der Verteidigung auf Hausarrest abgelehnt.