Die Berge waren ihre große Leidenschaft. Hier wollten Veronica Colla und ihr Freund Luca Mignogna, der aus der Region Molise in Mittelitalien stammt, leben und arbeiten. So haben sie im Frühjahr 2023 das Hotel „Tubris“ samt dem Tageskaffee in Pacht genommen und seither geführt. „Es war fast ein Familienbetrieb“, meinte der Bürgermeister. Denn auch Veronicas Mutter Sandra half im Gastbetrieb mit, zeitweise ging dem jungen Paar auch Vater Roberto zur Hand, der in Jesolo ein bekanntes Immobilienbüro innehat.<BR /><BR />Am Montagabend traf sich Veronica mit ihren Freundinnen in Jesolo. Gemeinsam wurde gegessen und geredet. Es gab nämlich viel zu erzählen. Die Sommersaison in Sand in Taufers war lang und anstrengend gewesen, jetzt sollten die Kontakte zu Hause aufgefrischt werden. Frühmorgens machte sich die Frau auf den Heimweg. Sie war allein in ihrem Wagen unterwegs, einem Smart. Gegen 5 Uhr fuhr sie die Martin-Luther-King-Straße entlang, eine Allee, die parallel zum Meer verläuft und auch nach Jesolo Pineta führt. <h3> Sekundenschlaf als mögliche Ursache</h3>Bis nach Hause wäre es nicht mehr weit gewesen. Hier kam es aus bisher ungeklärter Ursache zum Unfall. Möglicherweise, so vermuten die Behörden, könnte Veronica kurz eingenickt sein, vielleicht ein Sekundenschlaf, der ihr das junge Leben gekostet hat. Alles deute darauf hin. Denn der Wagen kam plötzlich von der Fahrbahn ab und prallte ungebremst und mit voller Wucht gegen einen der Bäume am Straßenrand. Die junge Frau dürfte auf der Stelle tot gewesen sein. Ein Passant schlug Alarm. Doch die herbeigeeilten Rettungskräfte konnten die 27-Jährige nicht mehr retten.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1093587_image" /></div> <BR /><BR />Als Veronica gegen 5 Uhr früh noch nicht zu Hause war, setzte sich ihr Vater ins Auto, um die Tochter zu suchen. Auf der Fahrt erreichte ihn dann der Anruf seiner Frau, die ihm die traurige Mitteilung machen musste. Sie war von den Behörden über den Unfalltod informiert worden. <BR /><BR />Um Veronica Colla trauern ihre Eltern Sandra und Roberto, die beiden jüngeren Zwillingsschwestern Gloria und Giorgia, ihr Freund Luca und eine große Schar von Verwandten, Freunden und Bekannten.<h3> „Sie war bekannt und beliebt“</h3>Auch in Sand in Taufers ist die Bestürzung groß. Martin Pircher vom Geschäft Despar im Tubris-Zentrum war in den vergangenen eineinhalb Jahren quasi Veronicas Nachbar. Er beschreibt sie als „eine sehr freundliche und nette junge Frau. Sie war ein Mensch voller Leben und immer gut aufgelegt.“ In jugendlicher Unbeschwertheit habe sie sich gemeinsam mit ihrem Freund auf das berufliche Abenteuer fern der Heimat eingelassen. „Sie war in Sand in Taufers bekannt und auch beliebt – und viele sind natürlich traurig, dass sie so jung sterben musste.“<BR /><BR />Wie zu erfahren war, wollte das junge Paar das Hotel „Tubris“ in der Wintersaison offenbar nicht mehr öffnen. Stattdessen wollten die beiden in Sand in Taufers eine andere Arbeit annehmen, immer im Tourismusbereich, um etwas mehr Zeit für sich zu haben. Bürgermeister Josef Nöckler informierte, dass das Hotel „Tubris“ demnächst abgerissen und neu aufgebaut werden soll. Ein entsprechendes Projekt liege vor.