Donnerstag, 16. Januar 2020

Nach tödlichem Rodelunfall: Gutachter uneins

Etwas mehr als ein Jahr nach dem fatalen Rodelunfall im Skigebiet Rittner Horn im Jänner 2019 stehen die Ermittlungen rund um den Tod von Emily Formisano (8) und ihrer Mutter Renata Dyakowska (38) kurz vor dem Abschluss. Im Beweissicherungsverfahren sind gegensätzliche Meinungen der Experten aufeinander geprallt – besonders zur Konformität der Hinweisschilder.

War das Hinweisschild ausreichend? Drei Gutachter sind sich uneins.
Badge Local
War das Hinweisschild ausreichend? Drei Gutachter sind sich uneins. - Foto: © DLife/LO

Wie das Tagblatt „Dolomiten“ am Donnerstag berichtet, beanstandete der Vater und Ehemann der Unfallopfer Ciro Formisano das Ergebnis der Ermittlungen der Staatsanwalt.

Diese war zu dem Schluss gekommen, die Beschilderung samt Piktogramm auf der Piste sei ausreichend und verständlich gewesen.

Formisano beantragte die Untersuchung der Beschilderung durch einen Amtssachverständigen, der nun erklärte, das Hinweisschild an der Bergstation der Umlaufbahn entspreche nicht den gesamtstaatlichen UNI-Normen, unter anderem sei es zu weit von der Bergstation entfernt.

Parteiengutachter Stefano Farina schloss sich seiner Meinung an, legte aber auch einen Schwerpunkt auf die Größe der Piktogramme.

Anders sah es Andrea Boghetto, Parteiengutachter des Präsidenten der Liftgesellschaft Rittner Horn, Siegfried Wolfsgruber. Ihm zufolge war das Schild schon aufgrund der Farbe (gelb) gut zu sehen und seine Position – vor dem Ausgang des Restaurants – sehr vorteilhaft gewählt.

Jetzt entscheidet die Staatsanwaltschaft, ob all diese Erkenntnisse den Verdacht auf mögliche Mitverantwortliche an dem Rodelunfall erhärten.

Falls ja, wird sie Anklage erheben, falls nein, beantragen, dass die Ermittlung eingestellt wird.

rc/stol