Laut Amtsgutachter sei die Rebekka-Statue am Brunnen nicht vom Sockel gekippt, weil sie mangelhaft befestigt gewesen wäre. Vielmehr sei beim Abklettern über die Vorderseite das Grenzgleichgewicht der Statue überschritten worden.<BR /><BR />Wie berichtet, war Moser gegen drei Uhr Früh auf den Brunnen am Glurnser Rathausplatz bzw. auf die darauf befindliche, gusseiserne Rebekka-Statue geklettert. Diese kippte vom Sockel und begrub den 19-Jährigen unter sich. Für ihn kam jede Hilfe zu spät. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Bürgermeister von Glurns, Erich Wallnöfer, wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung.<BR /><BR />Richter Ivan Perathoner ernannte Ingenieur Philipp Gamper zum Amtssachverständigen. Er sollte abklären, ob der Brunnen mit der Staue entsprechend gesichert und gewartet war, um Gefährdungen für die öffentliche Sicherheit zu vermeiden. Diesen Punkt konnte der Experte bejahen: Die weit ausladende Brunnenschale habe den Zugang zur Statue im Sinne der öffentlichen Sicherheit verhindert – was die Gemeinde bzw. den Bürgermeister, der von Rechtsanwalt Nicola Canestrini vertreten wird, entlasten dürfte. <h3> Grenzgleichgewicht bei Abstieg überschritten</h3>Dem Sachverständigen zufolge dürfte Leon Moser auf der Rückseite des Brunnens bis nach oben geklettert sein. Dann habe er sich auf die oberste Schale gesetzt. Die Standsicherheit der 261 Kilo schweren Statue habe diese statische Belastung ausgehalten. Abgestiegen sei Moser dann auf der Vorderseite, und erst diese „dynamische“ Einwirkung habe das Grenzgleichgewicht der Statue überschritten. Diese sei gekippt, sobald der Schwerpunkt der abkletternden Person etwa eine Armlänge vom Zentrum der Staue entfernt gewesen sei. <BR /><BR />Wie der Sachverständige auch betonte, brauche es spezielle Fähigkeiten, um alleine auf die Schale zu klettern, und für das Weiterklettern auf die Spitze sogar eine spezifische Klettertechnik. Der tragische Unfall sei weder durch ein mechanisches noch ein materialspezifisches Versagen der Befestigungen oder der Metallteile verursacht worden. Bei gewöhnlichen Einwirkungen wie Wind, Schnee, Wartungsarbeiten und sogar Erdbeben sei die Stabilität der Statue jedenfalls gegeben gewesen.