Freitag, 21. Dezember 2018

Nach tödlichem Unfall: Uber nimmt Roboterwagen-Tests wieder auf

Die Roboterwagen des Fahrdienst-Vermittlers Uber sind 9 Monate nach einem tödlichen Unfall zurück auf der Straße. Am Donnerstag wurden die autonomen Testfahrten in der Stadt Pittsburgh wieder aufgenommen, wie Uber bestätigte. Zuvor hatte die Verkehrsbehörde des US-Staates Pennsylvania dies genehmigt.

Die Roboterwagen des Fahrdienst-Vermittlers Uber sind 9 Monate nach einem tödlichen Unfall zurück auf der Straße.
Die Roboterwagen des Fahrdienst-Vermittlers Uber sind 9 Monate nach einem tödlichen Unfall zurück auf der Straße. - Foto: © APA/AFP

In San Francisco und im kanadischen Toronto sind die Autos zunächst von Menschen gesteuert unterwegs. Uber betont, seit dem Unfall habe man die Sicherheitsvorkehrungen verbessert. Die Roboterwagen-Tests waren eingestellt worden, nachdem eines der Fahrzeuge im März eine Fußgängerin in Arizona getötet hatte. Es war der erste und bisher einzige tödliche Unfall mit einem selbstfahrenden Auto.

Laut einem vorläufigen Bericht der Unfallermittlungsbehörde NTSB hatte die Uber-Software Probleme, die Frau, die ein Fahrrad neben sich schob, zu identifizieren – obwohl die vielen Sensoren des Fahrzeugs sie registriert hatten. Der Wagen bremste nicht. Der vom Hersteller Volvo eingebaute Notbrems-Assistent war deaktiviert.

Ermittlungen mit den Videoaufnahmen

Auf Videoaufnahmen aus dem Fahrzeug war zu sehen, dass die Sicherheitsfahrerin am Steuer vor dem Aufprall nicht auf die Straße geschaut hatte. Die Website „The Information“ berichtete zudem jüngst, wenige Tage vor dem Unfall habe einer der Entwickler die Führung des Roboterwagen-Programms auf die Risiken hingewiesen.

Zu den von Uber vorgenommenen Änderungen gehört, dass wieder 2 Personen bei jeder Testfahrt im Auto sitzen. Es wird besser überwacht, ob ein Sicherheitsfahrer müde oder abgelenkt ist. Die Menschen sollen nicht mehr als 4 Stunden pro Tag hinter dem Lenkrad verbringen – früher konnten es auch 8 Stunden sein. Und der Notbremsassistent bleibt jetzt eingeschaltet. Laut US-Medienberichten hatte Uber zeitweise auch eine Einstellung seines Roboterwagen-Programms erwogen – entschied sich jedoch, weiterzumachen, weil es eine Schlüsseltechnologie für das zukünftige Geschäft sei.

apa/dpa

stol