Freitag, 02. Juli 2021

Nach Tragödie vom Lago Maggiore: Ermittlungen gegen weitere 11 Personen

Die Untersuchung rund um das Seilbahnunglück am Lago Maggiore am 23. Mai mit 14 Toten zieht weitere Kreise. Die Staatsanwaltschaft der Stadt Verbania hat Ermittlungen gegen weitere 11 Personen aufgenommen. Damit wächst die Zahl der Verdächtigten wegen des Unglücks auf der Seilbahn Stresa-Mottarone auf insgesamt 14.

Die Ermittlungen zum Seilbahnunglück dauern an.
Die Ermittlungen zum Seilbahnunglück dauern an. - Foto: © ANSA / Tino Romano / Z63
Ermittelt wird auch gegen die Seilbahngesellschaft „Ferrovie del Mottarone“ sowie gegen die Südtiroler Gruppe Leitner, die für die Wartung der Seilbahnanlage zuständig war.

Ermittelt wird unter anderem gegen Vorstandsvorsitzenden Anton Seeber sowie gegen 3 weitere Mitarbeiter Leitners. Es handelt sich dabei um das Vorstandsmitglied Martin Leitner, Peter Rabanser, der für Customer Service zuständig ist, sowie den Mitarbeiter Rino Fanetti, der den Abschluss des Zugseils der Anlage angefertigt haben soll.

„Aufnahme ins Ermittlungsregister naheliegend“

„Eine Aufnahme in das Ermittlungsregister war für die Staatsanwaltschaft Verbania naheliegend, da es einen Wartungsvertrag von Leitner mit der Firma 'Ferrovie del Mottarone Srl.' gibt“, erklärte Leitner-Pressesprecher Maurizio Todesco in einer Stellungnahme am Freitag.

Den Ermittlungsbehörden seien bereits umfangreiche Dokumentationen seitens Leitner zu Verfügung gestellt worden.

„Diese Dokumente belegen, dass alle Wartungsarbeiten und Kontrollen gesetzes- und vertragskonform durchgeführt wurden. Leitner steht auch weiterhin den ermittelnden Behörden voll und ganz zur Verfügung. Zudem werden anerkannte Experten namhaft gemacht und zu Rate gezogen, um die Ermittlungen so rasch und so genau wie möglich zu einem Abschluss bringen zu können.“

Das tödliche Seilbahnunglück am Lago Maggiore ist offenbar durch die absichtliche Abschaltung eines Sicherheitssystems ausgelöst worden. Bei dem Unglück starben Familien, junge Paare und 2 Kinder. Ein 5-jähriger Bub ist der einzige Überlebende. Wegen des Unglücks wurde bisher gegen 3 Mitarbeiter der Seilbahn Stresa-Mottarone ermittelt, die festgenommen wurden und nach 3 Tagen wieder frei kamen.

apa/ansa/stol