Donnerstag, 19. August 2021

Nach Waldbrandbekämpfung auf Sizilien: Südtiroler Wehrleute kehren zurück

Am heutigen Donnerstagabend kehren die letzten Feuerwehrwehrleute aus dem Waldbrandeinsatz in Sizilien nach Bozen zurück.

Vorwiegend in der Provinz Messina wurden die Südtiroler Einheiten eingesetzt
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Vorwiegend in der Provinz Messina wurden die Südtiroler Einheiten eingesetzt - Foto: © Berufsfeuerwehr Bozen
Am Sonntag, 1. August, waren die Südtiroler Einsatzkräfte gestartet. Am Montag, 2. August, waren die Wehrleute in Sizilien angekommen. Die ersten 2 Tage waren die Mannschaften der Provinz Palermo zugewiesen, anschließend wurden sie für die Dauer der Mission in die Provinz Messina verlegt, berichtet Hauptbrandinspektor Hansjörg Elsler.

Hier gibt es ein Video zur Ankunft der Wehrleute.

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In 3 Turnussen halfen jeweils 3 Mann der Freiwilligen Feuerwehren und 3 Mann der Berufsfeuerwehr bei der Waldbrandbekämpfung mit. Koordiniert wurde der Einsatz vor Ort von einem Verbindungsoffizier der Berufsfeuerwehr.

Ein Geländefahrzeug mit Löschvorrichtung und ein Tanklöschfahrzeug sowie ein Waldbrandbecken mit Geländefahrzeug wurden von den Südtiroler Einsatzkräften auf Sizilien eingesetzt.

Die Mannschaften bekämpften örtliche Wald- und Flächenbrände, wobei jeweils täglich ein Gebiet zugewiesen wurde. Die Gebiete lagen meist in der Größenordnung von über 150 Kilometer Ausdehnung. Bei größeren Einsätzen wurden die Einsatzmannschaften direkt zur Brandstelle gerufen, wo sie in Zusammenarbeit mit der örtlichen Feuerwehr, der Forstbehörde und den Behörden des Zivilschutzes der Region Sizilien und den Mannschaften aus der Provinz Trient zusammenarbeiteten.



Täglich wurden von den Mannschaften Brände gesichtet und gelöscht. Die Anfahrt zur Brandstelle betrug in Einzelfälle mehrere hunderte Kilometer.

Von Löschhubschraubern unterstützt

Erreichten die Waldbrände eine kritische Größe oder bestand die Gefahr, dass Häuser oder Infrastruktur vom Feuer beschädigt werden könnten, wurden die Mannschaften von der Luft mit Löschhubschrauber oder Löschflugzeuge unterstützt. Hierbei wurde der Verbindungsoffizier der Berufsfeuerwehr Bozen stets in die Einsatzleitung integriert und konnte somit in der Koordination der Löschhubschrauber bzw. Löschflugzeuge mitwirken.

Das Video zeigt die Arbeit der Löschflugzeug-Piloten unter extremen Bedingungen.

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Das Fachwissen des Personals der Südtiroler Feuerwehren wurde geschätzt und die Südtiroler Führungskräfte konnten selbst viel Erfahrung sammeln.

Hier eine Auflistung der spektakulärsten Einsätze:

Waldbrand bei Castel di Lucio – Fläche ca. 300ha, wobei durch den raschen Einsatz der Löschmannschaften aus Südtirol das Dorf gerettet werden konnte und es nicht zu größeren Sachschäden gekommen ist.

Petralie Geraci: - Einsatz bodengebunden und luftgebunden, der Brand hatte bereits Teile des Dorfes erreicht und Häuser betroffen, durch das koordinierte und bewusste Eingreifen der Mannschaften aus Südtirol konnte das Dorf vor größeren Schäden geschützt werden. Großen einsatztaktischen Wert hatte hier der Einsatz des Tanklöschfahrzeugs aus Bozen. Der Offizier aus Bozen wurde hier in die Koordinierung der Lufteinheiten eingebunden und der rasche Einsatz des Waldbrandbeckens aus Südtirol konnte die Luftoperationen entscheidend verbessern.

Waldbrand nahe Gaggi (Teormina) am 15.08.21 – Die Mannschaften aus Bozen konnte hierbei diesen Waldbrand, der sich über ein ganzes Tal ausgedehnt hatte, bekämpfen und mehrere Wohnhäuser vor Schäden bewahren.

Monte Ciccia (Messina) – Bei einem größeren Waldbrand, der dabei war auf ein Pulverlager des Militärs überzugreifen, war die Berufsfeuerwehr vor Ort und half in der Koordination der Löschmittel aus der Luft mit.

Hilfseinsatz nötig

Der Hilfseinsatz auf Sizilien war nötig gewesen, da auf Grund einer außergewöhnlichen Hitzeperiode die Vegetation so trocken war, dass bereits kleine Flächenbrände schnell zu gefährlichen Schadensfeuern heranwuchsen.

Insgesamt waren 9 Mann der Freiwilligen Feuerwehr und 10 Mann der Berufsfeuerwehr daran beteiligt. Es fanden 2 Personalwechsel statt, um das Einsatzpersonal auch auf Grund der extremen Hitze nicht zu überbelasten.

lpa/stol