Mittwoch, 14. November 2018

Nachholbedarf bei Tierhaltung in der EU

Tiere werden in der Europäischen Union nach einem EU-Bericht teilweise unter qualvollen Bedingungen transportiert und geschlachtet. Dabei würden die Regeln der Union zum Umgang mit Nutztieren mitunter missachtet, heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten Papier des Europäischen Rechnungshofs.

Tiere müssen in der EU oft lange Transporte unter schlechten Bedingungen aushalten.
Tiere müssen in der EU oft lange Transporte unter schlechten Bedingungen aushalten. - Foto: © shutterstock

Die Rechnungsprüfer untersuchten dafür Nutztierbetriebe in 5 EU-Ländern. „Der Tierschutz liegt den Bürgerinnen und Bürgern der EU am Herzen“, sagte Janusz Wojciechowski von der Behörde. „Die Lücke zwischen ehrgeizigen Zielen und praktischer Umsetzung muss jedoch noch geschlossen werden.“

Tiere nicht ausreichend betäubt

Tiere würden teilweise ohne ausreichende Betäubung geschlachtet werden oder müssten lange Transporte unter schlechten Bedingungen aushalten, kritisieren die Rechnungsprüfer. Außerdem gebe es Lücken bei Kontrollen, mit denen die Einhaltung von EU-Mindeststandards gesichert werden sollen.

Den Prüfern fehle ein schlüssiges Konzept, nach welchen Kriterien die Risiken für Verstöße eingeschätzt und Kontrollen geplant werden. Zufrieden sind die Prüfer hingegen mit der Umsetzung des EU-weiten Verbots, Legehennen in unzumutbaren Käfigen zu halten.

Die gemeinsame Agrarpolitik der EU-Staaten sieht vor, Betrieben durch Subventionen Anreize dafür zu schaffen, ihre Tierhaltung zu verbessern. Dieses Angebot solle von den EU-Staaten besser genutzt werden, forderten die Prüfer.

Tierhaltung muss verbessert und mehr kontrolliert werden

„Die Kommission muss die Umsetzung in den Mitgliedsstaaten besser kontrollieren“, forderte der EU-Abgeordnete Thomas Waltz (Grüne). „Zudem brauchen wir eine bessere Förderung von regionaler und klein strukturierter Landwirtschaft mit hohen Tierschutzstandards.“

Der Nutztiersektor macht nach Angaben des Rechnungshofs rund 45 Prozent der Landwirtschaft in der EU aus. Er generiert jährlich 168 Milliarden Euro und beschäftigt 4 Millionen Menschen.

dpa 

stol