Für Kinder und Jugendliche bis 15 Jahren werden in vielen Südtiroler Gemeinden Nachmittagsbetreuungen an Schultagen angeboten. Christa Ladurner, Sprecherin der Allianz für Familie, betont, dass es sich um einen „wichtigen Dienst“ handelt, der allerdings verbessert werden sollte. Denn von einem optimalen Modell sei man weit entfernt.<BR /><BR />Ab Mai können Gemeinden sowie gemeinnützige Organisationen wie Vereine oder Genossenschaften um Beiträge für Nachmittagsbetreuungsprojekte ansuchen – bis zum 31. August, bei der Familienagentur. Für das Jahr 2026 stellt das Land 5,5 Millionen Euro bereit. Im laufenden Schuljahr werden über die Familienagentur 129 Projekte der Nachmittagsbetreuung in rund 40 Gemeinden unterstützt. 99 Trägerorganisationen haben dafür Ansuchen eingereicht.<h3> Eine „qualifizierte sozialpädagogische Betreuung“ für Kinder und Jugendliche</h3> Für Kinder und Jugendliche soll damit eine „qualifizierte sozialpädagogische Betreuung“ angeboten werden – zum Beispiel bei den Hausaufgaben oder in Form von kreativen, sportlichen und sozialen Aktivitäten. Voraussetzung ist, dass die Angebote pädagogisch fundiert sind. Zudem müssen die Projekte außerhalb der Unterrichtszeit stattfinden. Durchgeführt werden die Projekte von qualifiziertem Fachpersonal. „Mit der gesicherten Finanzierung und klaren Qualitätskriterien stärken wir gezielt die Nachmittagsbetreuung und entlasten Eltern“, meint Landesrätin Rosmarie Pamer. <BR /><BR /> Christa Ladurner betont, dass eine solche Nachmittagsbetreuung für Eltern von Vorteil sein kann – auch weil die Kinder damit meist auch ein Mittagessen erhalten. „Nicht alle Eltern können mittags daheim sein“, meint die Sprecherin der Allianz für Familie. Ladurner betont aber auch, dass die Angebote und Programme gut gemacht sein müssen: „Es gilt das Gleiche wie für die Sommerbetreuung.“ Und für diese Nachmittagsbetreuung brauche es auch gutes Personal. Da die Kinder aber generell ein- bis zweimal die Woche am Nachmittag Unterricht haben, seien dies Betreuer-Jobs mit insgesamt wenigen Stunden.<h3> „Es handelt sich somit um sehr prekäre Jobs“</h3> „Es handelt sich somit um sehr prekäre Jobs“, bemängelt Ladurner. „Denn diese Betreuer arbeiten drei- bis viermal am Nachmittag für drei bis vier Stunden. Da ist es für die Organisationen, die diese Nachmittagsbetreuung anbieten, ganz schwierig, gutes Personal zu finden.“ Oft seien es beispielsweise Studenten, die es neben dem Studium als Nebenjob machen. Dabei benötigen aber viele berufstätige Eltern für ihre Kinder eine solche „Verbindung in den Nachmittag hinein“, erläutert Ladurner. <BR /><BR />Das ganze System Grundschule-Mittagstisch-Nachmittage müsse überdacht werden. Für manche Familien sei die Nachmittagsbetreuung an Schultagen die einzige Lösung. In einigen Fällen auch deshalb, weil diese Betreuung im Vergleich zu teuren Kursen erschwinglich sei. Nicht zuletzt sei es für manche Eltern auch die einzige Möglichkeit, die Kinder in dieser Zeit zu Mittag verköstigen zu lassen. Nur wenn sie bei der Nachmittagsbetreuung eingeschrieben sind, bekommen die Kinder dann das Mensa-Mittagessen. Es sei wichtig, diese Nachmittagsprojekte finanziell gut auszustatten, fordert die Sprecherin der Allianz für Familie.<BR /><BR />Laut Pamer sind die Gemeinden „sehr bemüht um gute Angebote“. Wünschenswert wäre es, wenn ausgebildetes Personal den Nachmittag für die Schüler abdecken würde, meint auch Pamer. „Und ebenso, wenn die Vereinheitlichung der Bildungszeiten im Bereich Schule schneller vorangetrieben würde.“ Mit den verlängerten Nachmittagen an den Kindergärten habe man bereits einen wichtigen Schritt gesetzt, dort gehe der Ausbau weiter, so Pamer.