Erst Anfang März war dem Nachtclub in der Schlachthofstraße am Bozner Boden die Lizenz entzogen worden: Auf polizeiliche Anordnung musste das Lokal 30 Tage lang geschlossen bleiben.Der Grund: Schlägereien und lautstarke Auseinandersetzungen, die die Nachtruhe der Anrainer störten.Nun bleibt da Lokal vorerst ohne Betreiber, teilte die Polizei am Samstag mit: Er wurde in der Nacht auf Samstag gegen 1.30 Uhr verhaftet. Der 35-Jährige sitzt im Bozner Gefängnis.Kunden bedroht und verprügeltWie sich nämlich herausgestellt hatte, sollen Kunden, die sich geweigert hatten, zu zahlen oder sich über die hohen Preise beschwert hatten, besonders unsanft behandelt worden sein.„Der Betreiber des Clubs soll in solchen Fällen das Lokal geschlossen oder die Kunden in den Keller gebracht haben, wo sie dann verprügelt wurden“, schildert Stefano Mamani, Kabinettschef der Bozner Quästur, gegenüber STOL.Zwar hatte man ihnen eingetrichtert, nicht mit der Polizei zu reden. Dennoch kam die Angelegenheit nun ans Licht. Mehrere Männer hatten Anzeige erstattet. Die Polizei ging daraufhin den Anschuldigungen nach.In Keller eingesperrtKonkret berichteten Fahndungsleiter Giuseppe Tricarico und Stefano Mamani am Samstag von vier Männern: So soll ein junger Moldawier im Jänner dieses Jahres im Keller des Nachtlokals eingesperrt und dort verprügelt worden sein.Dem Mann wurde sein Goldkettchen gestohlen, anschließend soll ihm gedroht worden sein: Gehe er zur Polizei, würde man sich an seiner Familie rächen, berichtet Mamani.Der Mann wurde erheblich verletzt, die Heilungsdauer wurde mit 30 Tagen angegeben.Drei Bozner verprügeltEinen Monat später, im Februar, kam es zu einem ähnlichen Fall. Diesmal wurden drei Bozner Opfer von Gewalt.Eine besonders hohe Rechnung hatte zu einer Auseinandersetzung geführt, die dann eskalierte.„Die drei Männer wurde in dem Lokal eingesperrt, es waren nur noch sie und die Angestellten dort“, berichtet Mamani.Sie seien vom Betreiber des Lokals mithilfe seiner Angestellten geschlagen, zu Boden geworfen und dann ins Gesicht getreten worden.Einer der drei Bozner sei besonders schwer im Gesicht verletzt worden: Ihm wurden unter anderem die Nase und das Jochbein gebrochen. Auch diesmal lag die Heilungsdauer der Verletzungen bei einem Monat.„Besorgniserregend“„Es ist besorgniserregend, dass ein Lokalinhaber, anstatt die Polizei zu rufen, Selbstjustiz übt - und das in so einer gewaltsamen Art“, meint Mamani im Gespräch mit STOL. „So etwas wird in Bozen nicht geduldet.“ Die Ermittlungen laufen.Tänzerin angeschossenEnde Mai 2012 war der Betreiber des Nachtlokals in einen aufsehenerregenden Zwischenfall im „Kardia“ verwickelt und schließlich verhaftet worden.Der Lokalbetreiber hatte beim Hantieren mit einer Pistole einer 23-jährigen Tänzerin in den Fuß geschossen. Zuvor hatte der Mann gegenüber den Sicherheitskräften einen Überfall vorgetäuscht.Barbara Raich