Das Thema der Winter-Notunterkünfte bleibt ein heißes Eisen – vor allem in der Landeshauptstadt. Ursprünglich hatten sich Stadt Bozen und Land darauf geeinigt, 70 obdachlosen Menschen im sanierten ehemaligen Lemayr-Gebäude in der Avogadrostraße einen Platz zu bieten.<BR /><BR />Zusätzlich sollten 20 Plätze zur Verfügung stehen, „allerdings nur in akuten Notfällen, wie etwa bei Naturkatastrophen“, hatte Sozial-Stadträtin Patrizia Brillo noch im August erklärt.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1232409_image" /></div> <BR />Bisher haben bereits 90 Personen beim Info-Point des Vereins Volontarius eine Anfrage für einen Platz in der Winter-Notunterkunft gestellt – 47 Personen davon mit gültiger Aufenthaltsgenehmigung und 43 ohne eine solche. Laut derzeit gültigen Vorgaben haben jedoch nur jene Personen Anrecht auf einen Platz, die sich völlig legal im Land aufhalten.<h3> „Zum 1. November werden 170 Personen erwartet“</h3>„Wir haben daher den Passus leicht abgeändert“, sagte Brillo am Donnerstag. „Ab sofort können auch Personen ohne gültige Aufenthaltsgenehmigung in der Struktur untergebracht werden. Einzige Voraussetzung dafür ist, dass sie ihren Lebensmittelpunkt in Südtirol haben.“<BR /><BR />Damit wäre das ehemalige Lemayr-Gebäude in der Avogadrostraße allerdings schon jetzt ausgelastet. „Laut Schätzungen des Info-Points werden derzeit etwa 120 Personen in Bozen erwartet, bis zur Öffnung der Unterkunft am 1. November könnten es sogar bis zu 170 werden“, erklärte Brillo gestern.<h3> „Werden ein Zugticket kaufen“</h3>Das liege daran, dass viele nach Bozen kommen, nachdem sie in anderen Regionen, in denen sie sich zuvor aufgehalten hatten, keinen Platz in einem Nachtquartier erhalten konnten.<BR /><BR />Bürgermeister Claudio Corrarati will genau das verhindern. „Wir werden diesen Personen ein Zugticket kaufen und sie wieder dorthin zurückschicken, woher sie gekommen sind“, stellte er unmissverständlich klar. Es liege nämlich in der Verantwortung jener Stadt, diese Personen aufzunehmen, in der sie um einen Platz angesucht, ihn aber nicht erhalten haben. Bozen will also eine konsequente Linie fahren, wohl auch in Zusammenarbeit mit den Ordnungskräften.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1232412_image" /></div> <BR /> Landesweit sind vom 1. November bis 15. April 240 Plätze in Winternachtquartieren vorgesehen. Diese verteilen sich auf Bozen (90 Plätze), Meran (45, davon 25 für Frauen), Brixen (20), Bruneck (20) und Leifers (20). Hinzu kommen 20 Plätze, die als Notaufnahmeplätze aktiviert werden, sowie 25 Plätze im „Dormizil“-Nachtquartier in der Vintlerstraße.