<BR />Aus einer internen Umfrage der „Young Doctors“ unter den jungen Ärzten geht laut Dr. Marsoner eines ganz klar hervor: „Die Wohnungssuche ist derzeit eines der Hauptprobleme.“ Zum einen, weil Wohnraum rar und teuer ist. Das spürten auch junge Mediziner in Ausbildung, weswegen auch diese sich den Weg über einen Immobilienmakler lieber sparen, so die Präsidentin. <BR /><BR />Auch bei den anderen Herausforderungen einer Wohnungssuche in Südtirol geht es jungen Ärzten nicht besser als anderen: Für Besichtigungen muss man sich freinehmen, oft erfolgt die Suche noch vom bisherigen Studienort und ist damit noch komplizierter – und am Ende steht man doch mit leeren Händen da. Viele junge Ärzte seien derzeit nur provisorisch untergebracht, weiß sie. „Aber wir reden da von Personen, die auf die 30 Jahre zugehen, Familie gründen wollen oder schon haben“, unterstreicht die Ärztin. Da seien Wohngemeinschaften keine Lösung mehr.<BR /><BR />„Ich würde nicht so weit gehen, zu sagen, dass allein der fehlende leistbare Wohnraum Jungmediziner abschreckt, nach Südtirol zu kommen bzw. zurückzukommen. Aber mit all den anderen erschwerenden Faktoren wie ein geringeres Einkommen als anderswo bei gleichzeitig hohen Lebenshaltungskosten ist dies eben ein Argument mehr, sich woanders niederzulassen“, weiß Dr. Marsoner. Auch die Neuregelung für angehende Allgemeinmediziner, Ausbildung, eigene Praxis und Stunden in den Gemeinschaftshäusern stemmen zu müssen, schrecke ab. <BR /><BR />Doch: Südtirol braucht Ärzte, insbesondere Hausärzte. Weswegen die Kammer nun die Plakataktion gestartet hat, um wenigstens bei der Suche nach einer Unterkunft den Jungen unter die Arme zu greifen: Wer eine Wohnung zu vermieten oder zu verkaufen hat, ist aufgerufen, sich direkt bei der Ärztekammer zu melden. „Wir haben die Plakate in den vergangenen Tagen an Praxen und Krankenhäuser verteilt und werden die Aktion im kommenden Jahr auf andere Einrichtungen erweitern“, kündigt die Niederdorfer Hausärztin Dr. Marsoner an. <BR /><BR />Federführend mit dabei ist Dr. Simona Costa, Gynäkologin in der Facharztausbildung am Krankenhaus Brixen und Sprecherin der „Young Doctors“. Sie weiß aus eigener Erfahrung, wie zermürbend die Wohnungssuche sein kann. Dabei kann sie als gebürtige Südtirolerin noch auf die Unterstützung der Eltern für die Übergangszeit vertrauen. „Für junge Ärzte, die von außen kommen, fällt diese Option weg – und für viele ist Südtirol genau deshalb keine Option“, weiß sie. <BR /><BR />Immerhin ein Viertel der über Mail und Whatsapp befragten Kollegen gaben laut Dr. Costa an, deswegen Nein zu Südtirol zu sagen. Und wer es versucht und nach geraumer Zeit immer noch keine Wohnung habe, „der geht wieder“, sagt sie. Andernorts sei es vielfach einfach günstiger und einfacher. <BR /><BR />Nun hofft sie auf die Plakataktion. Erste Früchte, so Dr. Costa, habe sie schon getragen: „Wir haben schon ein paar Wohnungen gemeldet bekommen, bisher allerdings fast ausschließlich in Bozen. Das ist gut, da suchen Kollegen sonst lange“, freut sie sich. Was es aber auch brauche, sei Wohnraum in den anderen Städten und in der Peripherie.