Ein modifiziertes Gewehr mit Schalldämpfer wurde am Tatort beschlagnahmt, ein Revolver mit Schalldämpfer bei der Hausdurchsuchung.Die Festnahme erfolgte am vergangenen Samstag. Inzwischen konnte Pöll das Gefängnis wieder verlassenStaatsanwalt Benno Baumgartner ermittelt gegen ihn wegen unerlaubten Waffenbesitzes. Bei der Hausdurchsuchung wurden ein umgebauter Revolver im Kaliber .22 mit Schalldämpfer, eine Armbrust mit 20 Pfeilen, Munition sowie ein ausgestopfter Steinadler beschlagnahmt. Sichergestellt haben die Fahnder auch die mit Schalldämpfer ausgerüstete Jagdwaffe der Marke Contender Kaliber .22 Hornet mit umklappbarem Schaft, mit der Pöll versucht haben soll, am Samstag zur Mittagszeit im Jagdrevier Naturns einen Gamsbock zu erlegen. Ein Jagdaufseher hat beobachtet, wie Pöll seinen Rucksack ablegte, ihm die modifizierte Waffe entnahm und auf einen Gamsbock zielte, der hinter einem Baum stand. Der Aufseher alarmierte sofort seine Kollegen. Gemeinsam gelang es ihnen, den Verdächtigen noch vor Ort zu stellen. Die Festnahme führten dann die Carabinieri durch. Der Gamsbock hatte mehr Glück: Er hatte seinen sicheren Platz hinter dem Baum nicht verlassen und kam ungeschoren davon. Das bleibt er bis zum 1. August, so lange dauert für Gämsen die Schonzeit. Wilderer setzen sich aber immer wieder über diese Regeln hinweg: Die einen treibt gerade der Reiz an, etwas Unerlaubtes zu tun, andere wieder erhalten aus rechtlichen Gründen keinen Waffenschein. Das soll bei Pöll nicht der Fall gewesen sein: Zwar hatte er vor Jahren den Waffenpass wegen Verdachts auf Wilderei verloren, inzwischen wurde er ihm – was unüblich ist – aber wieder ausgestellt. Wilderer richten gleich zweifach großen Schaden an: Jäger bekommen gute Trophäenträger oft nur einmal zu Gesicht. Zum Zeitpunkt der Jagd sind die Tiere bereits aus dem Revier verschwunden. Auch der Wildbestand wird durch das illegale Treiben beeinträchtigt: Wilderer nehmen erfahrungsgemäß kaum Rücksicht, ob ein Tier gerade trächtig ist, Junge hat oder einer geschützen Art angehört.