Der russische Oppositionspolitiker Alexej Nawalny ist nach neuen Erkenntnissen nicht eines natürlichen Todes gestorben, sondern wurde vergiftet. In Gewebeproben seines Leichnams fanden Fachlabore den Stoff Epibatidin. <h3> „Russisches Regime offenbart erneut seine brutal Natur“</h3>Da Nawalny zum Zeitpunkt seines Todes im Straflager „Polarwolf“ unter strenger staatlicher Bewachung saß, kommen nach Einschätzung von Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Schweden und den Niederlanden ausschließlich staatliche russische Stellen als Täter in Betracht. Der deutsche Außenminister Johann Wadephul erklärte am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz sinngemäß, das russische Regime offenbare damit erneut seine brutale Natur.<h3> Nawalny starb am 16. Februar 2024 im Alter von 47 Jahren</h3>Damit bestätigt sich, was Nawalnys Witwe Julia bereits Monate zuvor öffentlich gemacht hatte. Ihr Team hatte vor der Beerdigung heimlich biologische Proben sichern und außer Landes bringen können. Zwei voneinander unabhängige Labore in verschiedenen Staaten kamen übereinstimmend zum gleichen Ergebnis: Nawalny wurde gezielt getötet – genauer gesagt vergiftet. <BR /><BR />Nawalny starb am 16. Februar 2024 im Alter von 47 Jahren. Den konkreten Giftstoff hatte sie damals noch nicht genannt, forderte jedoch die Veröffentlichung der Ergebnisse als „unangenehme Wahrheit“.<h3> Er durfte weder telefonieren noch Besuch empfangen und später nicht einmal Briefe schreiben</h3>In ihrer Botschaft schildert Nawalnys Witwe Julia die Haftbedingungen: Während seiner über drei Jahre dauernden Gefangenschaft habe sich sein Zustand kontinuierlich verschlechtert. Ziel sei nicht nur sein Tod gewesen, sondern auch seine psychische Zerstörung. Nawalny sei Hunger, extremer Kälte und vollständiger Isolation ausgesetzt gewesen, durfte weder telefonieren noch Besuch empfangen und später nicht einmal Briefe schreiben. <h3> Sitzen oder Liegen sei kaum möglich gewesen</h3>Über lange Zeit war er allein in einer winzigen Strafzelle ohne persönliche Gegenstände untergebracht. Es gab lediglich wenige Quadratmeter Platz, eine Tasse, Zahnbürste und ein klappbares Bett, das tagsüber hochgestellt wurde, sodass Sitzen oder Liegen kaum möglich war. Dort, so seine Witwe, sei er letztlich getötet worden.<h3> Die letzten Stunden vor dem Tod</h3>Die letzten Stunden beschreibt sie detailliert: Gegen 12.10 Uhr wurde er zu einem kurzen Hofgang in einem ebenfalls engen, von Mauern umgebenen Außenbereich gebracht. Kurz darauf klagte er über starke Beschwerden. Statt medizinischer Hilfe brachte man ihn zurück in die Zelle. <BR /><BR />Er hockte am Boden, hielt sich den Körper und berichtete über brennende Schmerzen in Brust und Bauch, anschließend erbrach er sich. Wächter beobachteten Krämpfe, schwere Atmung und Husten, ließen ihn jedoch zunächst allein. <BR /><BR />Erst später ordnete der Leiter der medizinischen Abteilung den Transport in den Untersuchungsraum an und rief einen Rettungswagen – mehr als 40 Minuten nach Beginn der Symptome. Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos; um 14.23 Uhr zeigte das EKG keine Aktivität mehr.<BR /><BR />Der deutsche Außenminister Johann Wadephul erklärte dazu, dies zeige, dass die russische Führung nicht nur einen völkerrechtswidrigen Krieg führe, sondern auch bereit sei, ihren wichtigsten Gegner erst einzusperren und schließlich zu töten – mit entsprechenden politischen Konsequenzen.