Ein edles Äußeres, mit harmonischen, kräftigen Formen und gutmütig im Charakter, aber genügend energisch im Temperament: So soll er sein, der Südtiroler Haflinger, schreibt der Südtiroler Haflingerzuchtverband auf seiner Website.Und gleichwohl gutmütig wie auch energisch scheint Walter Oberhofer, der Obmann des Südtiroler Haflinger Pferdezuchtverbandes, bei der aktuellen Haflinger-Debatte mit Tirol zu agieren.Die Zuchtkollegen jenseits der Grenze fordern nämlich, der Südtiroler Haflinger solle doch zum Tiroler werden.Nordtirol: Gleiches Pferd, gleiche Bezeichnung„Wir vermarkten das gleiche Produkt (den Haflinger, Anm.d.Red.) und wünschen uns daher im Sinne der Europaregion Tirol in Zukunft als Ursprungsbezeichnung einfach ‚Tirol‘“, so der neue Obmann des Tiroler Haflingerzuchtverbandes Lukas Scheiber im Juli gegenüber der „Tiroler Tageszeitung“ („TT“).Ende Juli sollen die Verhandlungen diesbezüglich positiv verlaufen sein, am Wochenende kam nun die klare Absage aus Südtirol.Oberhofer: „Unter Dachmarke ‚Tirol‘ verkaufen für uns unvorstellbar“Die Idee der Tiroler Zuchtkollegen, die beliebte Pferderasse fortan unter der Dachmarke „Tirol“ zu verkaufen, nennt der Südtiroler Verbandsobmann Oberhofer „für uns unvorstellbar“. Dies berichtet die „TT“ am Sonntag.Die ursprüngliche Heimat des Haflingers sei das heutige Südtirol, und dabei solle es auch bleiben.Im Gespräch mit Südtirol Online stellt Walter Oberhofer klar: Gemeinsame Bestrebungen begrüßten natürlich auch die Südtiroler. Doch die Südtiroler Ursprungsbezeichnung aufgeben, das wolle man nicht.„Die Nordtiroler sagen zwar ‚Wir sind alles Tiroler‘, aber das stimmt so nicht. Tirol ist Nordtirol. Südtirol müsste sein Image hinten anstellen.“Nordtirol: „Haflinger hat von Nordtirol aus seinen Siegeszug angetreten“Für STOL war der Tiroler Obmann Scheiber am Sonntag nicht erreichbar.Doch meinte er gegenüber der „TT“ (Sonntagsausgabe), in Tirol verstehe man die Bedenken der Südtiroler.Allerdings müssten jene „auf der anderen Seite auch anerkennen, dass der Haflinger von Nordtirol aus seinen Siegeszug um die Welt angetreten hat“.Oberhofer: „Südtirols Zucht steht jener Nordtirols in nichts nach“Dem widerspricht auch Oberhofer nicht: „Nach dem Krieg bis Ende der 80er Jahre hatten die Nordtiroler einen cleveren Geschäftsmann an ihrer Spitze. Der hat den Haflinger entwickelt und auch international gut vermarktet.“„Allerdings muss sich auch Nordtirol eingestehen, dass Südtirol inzwischen einen Stand in der Zucht erreicht hat, der jenem in Nordtirol kaum nachsteht“, so der Obmann gegenüber STOL.Oberhofer sieht Chance auf internationaler EbeneSelbstverständlich suche man ein Auskommen, man wolle das leidige Thema Herkunftsbezeichnung endlich beenden.Chancen sieht Oberhofer dabei in einer gemeinsamen Vermarktung und Veranstaltungen, vor allem auf internationaler Ebene. „Die Debatte über ‚Tiroler‘ oder ‚Südtiroler‘ wäre dann hinfällig“, ist Oberhofer überzeugt.Der Obmann denkt an „eine neue internationale Organisation, die weder für Nord- noch Südtirol, sondern für den Haflinger da ist“.Website: „Der Ursprung des Haflingers liegt in Südtirol“Bis dahin erklärt den Standpunkt des Südtiroler Haflingerzuchtverbandes zum Thema Herkunftsstreit auch die eigene Website: „Der Ursprung des Haflingers liegt in Südtirol“ schreibt der Verband im Internet.Die Textzeile ist unterstrichen.pg