<b>Frau Andreis, als Direktorin des Landesökonomats hatten Sie 50 Mitarbeiter, im Gesundheitsbezirk Meran sind es nun 2.700 Köpfe. Wie groß war die Umstellung?</b><BR />Jana Maria Andreis: Es war nicht wirklich eine Herausforderung. Das mag auch mit der hierarchischen Struktur haben. Natürlich kenne ich noch nicht alle Mitarbeiter, aber ich bin darum bemüht.<BR /><BR /><b>Hat es eine Hofübergabe zwischen Ihnen und Irene Pechlaner gegeben?</b><BR />Andreis: Nein, ich habe meine Vorgängerin nicht getroffen, aber ihr Stellvertreter Frank Blumtritt stand mir von Beginn an mit Rat und Tat zur Seite. Ich wurde von Beginn an sehr herzlich und offen aufgenommen – und habe einen gut aufgestellten Bezirk übernommen.<BR /><BR /><b>Dennoch gab es im Vorfeld Ärzte, die sich für den Verbleib von Irene Pechlaner eingesetzt hatten. Gab Ihnen dieser Gegenwind zu denken?</b><BR />Andreis: Nein, das hat mich nicht beeindruckt. Veränderungen bringen immer Unsicherheiten mit sich. Neues kann mit Angst verbunden sein.<BR /><b><BR />Nun zu den Baustellen im Gesundheitsbezirk. Wie schaut es mit den Gemeinschaftshäusern aus?</b><BR />Andreis: Jene von Mals und Naturns werden im Mai öffnen und werden sechs von sieben Tagen je zwölf Stunden geöffnet sein. In Meran wird im Mai das kleine Gemeinschaftshaus im alten Spitaltrakt mit zehn Übergangsbetten den Betrieb aufnehmen. Mit Betten für Patienten, denen es zu gut geht, um noch im Krankenhaus zu bleiben, die aber dennoch Hilfe brauchen.<BR /><BR /><b>Das Gemeinschaftskrankenhaus vis-à-vis sollte heuer Mitte des Jahres in Betrieb gehen. Daraus wird wohl nichts. Fließen dann noch die Gelder aus dem Wiederaufbaufonds?</b><BR />Andreis: Das kann ich nicht sagen. Aber an der Bauverspätung tragen wir keine Schuld, sondern die Baufirma, die 188 Tage Bauverspätung hat. Wir hoffen, dass im November die Bauarbeiten beendet sind. Die Alternative wäre zwischenzeitlich das Gemeinschaftshaus im Reha-Trakt.<BR /><BR /><b>Sie sind derzeit per Inserat auf der Suche nach Krankenpflegepersonal fürs Spital. Wie viele braucht es?</b><BR />Andreis: 20 bis 30 Krankenpfleger für die Spitäler von Meran und Schlanders und in einem zweiten Moment für die Gemeinschaftshäuser 30 Krankenpfleger und 13 Pflegehelfer.<BR /><BR /><b>In Meran ist die Sorge groß, dass mit dem Gemeinschaftskrankenhaus sich die Verkehrssituation rund ums Krankenhaus weiter zuspitzt. Was gedenkt man zu tun?</b><BR />Andreis: Wir arbeiten mit Gemeinde und Land an einem koordinierten Mobilitätskonzept. Denn vor dem Gemeinschaftskrankenhaus sind keine Parkplätze vorgesehen. Die Gemeinde hilft uns mit der Stadtpolizei aus, die am Kreisverkehr an der Einfahrt zum Spitalparkplatz auch Touristen wegschickt, die nur parken wollen. Vormittags und vor allem am Freitag ist die Situation ganz schlimm.<BR /><BR /><b>Hat die Anhebung der Parkplatztarife etwas gebracht? </b><BR />Andreis: Ja, es sind weniger Touristen, die dort parken. Die Kassen zum Spital zu verlegen, hatte auch sein Positives. Wobei es schon mein Anliegen ist, den Parktarif für Patienten und Besucher des Krankenhauses mit einem eigenen Bezahlsystem zu senken. Wir sind hier am Prüfen der Möglichkeiten.<BR /><b><BR />Zu einem anderen Dilemma: Die neuen Räumlichkeiten für das Gynäkologie-Ambulatorium stehen seit fast eineinhalb Jahren leer...</b><BR />Andreis: Dazu hatte ich eine meiner ersten Sitzungen. Ich hoffe, dass wir im Sommer starten. Ich bin dahinter.<BR /><b><BR />Zudem zirkuliert das Gerücht, den onkologischen Teil der Gynäkologie nach Bozen zu verlegen. Stimmt das?</b><BR />Andreis: Das wäre mir neu. Wir können in Meran das Unsere und das wollen wir beibehalten. Zudem ist das Brustgesundheitszentrum eine Exzellenz.<BR /><BR /><b>Zweifache Mutter und einen Mammutjob. Wie geht das?</b><BR />Andreis: Ich bin gut organisiert. auf meine Familie, Eltern und Schwiegereltern ist Verlass und ich habe einen tollen Mann, der die Vaterrolle ernst nimmt. Natürlich ist der Arbeitstag nach acht Stunden nicht erledigt.<BR /><BR /><b>Ihre Vorgängerin war burschikos und hatte Ecken und Kanten- Und Sie?</b><BR />Andreis: Ich bin sicherlich ein zielorientierter Mensch mit einem eisernen Willen. Gleichzeitig kann iich freundlich und offenherzig sein.