Montag, 27. April 2015

Nepal-Erdbeben – Nachbeben sorgen immer wieder für Schreckminuten

Die Stimmung im Katastrophengebiet in Nepal ist zwei Tage nach dem schweren Erdbeben weiter angespannt. „Die Leute hier sind extrem nervös“, sagte Andrea Reisinger vom Österreichischen Roten Kreuz (ÖRK) gegenüber der APA. Die Nachbeben lassen die Betroffenen immer wieder aus ihren Häusern fliehen.

Reisinger ist am Montag am späten Abend (Ortszeit) gemeinsam mit ihrem Kollegen Georg Ecker in Nepal gelandet. Der Flughafen in Kathmandu wird der anlaufenden internationalen Hilfe kaum noch Herr: „Wir sind vier Stunden in der Luft gekreist, weil 15 Maschinen vor uns in der Landeschleife waren“, sagte Reisinger.

Am Montag will sich die Katastrophenhelferin einen ersten Eindruck über das Ausmaß der Schäden machen. „Bekannte haben mir gesagt, dass besonders das Zentrum sehr betroffen sein soll und dort kaum noch ein Haus steht“, meinte Reisinger.

Auch nahe des Lagers des Roten Kreuzes hat das Erdbeben Spuren hinterlassen. Das Hotel, in dem Reisinger schlafen sollte, ist etwa aufgrund von Schäden am Gebäude nicht mehr bewohnbar. „Wir schlafen jetzt im Freien“, sagte die Oberösterreicherin. Reisinger lebte zwei Jahren in Nepal, entsprechend gut ist sie auch vernetzt.

Begleitet wird Reisinger vom Trinkwasserexperten Georg Ecker. Er ist Teil des „Field Assessment and Coordination Team“ (FACT). Dies ist die Einsatzgruppe des Roten Kreuzes und in der Regel vor allen anderen Hilfstrupps am Ort der Katastrophe. Sie verschafft sich ein Bild der Lage und entscheidet, wie das Rote Kreuz am besten helfen kann. Spezialisten der unterschiedlichen Leistungsbereiche (Wasser, medizinische Versorgung, Logistik) informieren sich über das Ausmaß der Katastrophe, die Zerstörungen sowie die Zahl der Verletzten und Toten. Sie entscheiden, welche Hilfslieferungen in die Krisenregion entsandt werden müssen.

apa

stol