Dienstag, 05. Mai 2015

Nepal: Richtig spenden - VZS gibt Tipps

Große Katastrophen wie jene in Nepal rütteln die Solidarität vieler Menschen wach und diese möchten dann auch ihren Beitrag zur Bewältigung des Unglücks leisten und entsprechend spenden. Oft sind sie verunsichert, wem die Spende zukommen zu lassen. Denn gerade bei großen Katastrophen gibt es Fachleuten zufolge auch "Trittbrettfahrer".

Nach dem verheerenden Erdbeben in Nepal benötigt die dortige Bevölkerung Hilfe.
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Nach dem verheerenden Erdbeben in Nepal benötigt die dortige Bevölkerung Hilfe. - Foto: © LaPresse

"Leider gibt es keine öffentliche Stelle die dafür sorgt, dass die Spenden auch wirklich da ankommen, wofür sie gespendet wurden", schreibt die Verbraucherzentrale Südtirol (VZS) in einer Presseaussendung. 

Um den schwarzen Schafen auszustellen und seriöse Organisationen zu erkennen, hat die Verbraucherzentrale einige Tipps zusammengestellt:

  • Bereits bekannten Organisationen sollte der Vorzug gegeben werden.
  • Geldspenden sind besser als Sachspenden. Geldspenden können von den Hilfsorganisationen zumeist flexibler und effizienter eingesetzt werden als etwa gespendete Kleidung oder andere Sachspenden. Spenden Sie Sachgüter nur dann, wenn seriöse Organisationen gezielt darum bitten.
  • Schnell, aber nicht übereilt spenden. Gerade bei großen Katastrophen gibt es auch „Trittbrettffahrer“, die mit Spendenaufrufen an die Öffentlichkeit treten, aber gar nicht über die nötige Kompetenz verfügen, um wirksam und effizient helfen zu können. Lassen Sie sich deswegen nicht zum Spenden überrumpeln.
  • Seien Sie zurückhaltend bei Spendenaufrufen, die Sie über soziale Netzwerke erreichen. Vorsicht ist geboten, wenn solche Spendenaufforderungen nur ein Konto und keine geläufige Hilfsorganisation angeben. Seriöse Organisationen haben in der Regel eine Internetpräsenz mit Berichten von bisherigen Aktivitäten und Jahresberichten und stellen auf Anfrage auch Informationen über ihre Hilfsprojekte zur Verfügung.
  • Vorsicht bei übertriebener Dringlichkeit. Seien Sie misstrauisch bei Spendenaufrufen, die sehr stark Emotionen wecken, aber wenig Informationen über die konkret geplanten Hilfsmaßnahmen bieten. Achten Sie darauf, dass dem Spendenaufruf genau zu entnehmen ist, wie und für wen die gesammelten Spenden eingesetzt werden sollen.
  • Eine wichtige nützliche Orientierungshilfe bietet das Südtiroler Gütesiegel „Sicher Spenden“ welches der Dachverband der Sozialverbände in Bozen an zertifizierte Organisationen verleiht. Genauere Infos dazu auf www.spenden.bz.it oder am Telefon 0471 324667.

Spenden von der Steuer absetzen

Spenden können bei der Steuererklärung abgesetzt werden. Grundsätzlich gilt, dass jede Spende „nachverfolgbar“ sein muss, um von der Steuer in Abzug gebracht zu werden.

Das bedeutet, dass die Zahlung entweder per Bank- oder Postüberweisung, Bankomat- oder Kreditkarte erfolgen muss, und dass der Spendenempfänger den Erhalt der Spende quittieren muss. Daher ist von Spenden in bar eher abzusehen.

Für Spenden bei Katrastrophenhilfe im Jahr 2015 gelten folgende Möglichkeiten zur Absetzung von der Steuer:

  • 26% der Spende bis max. 30.000 Euro können von der geschuldeten Steuer abgezogen werden, wenn die begünstigte Organsation eine ONLUS oder eine humanitäre, religiöse und laizistische Initiative in Nicht-OECD-Ländern ist, ermittelt durch ein Dekret des Ministerratspräsidenten.
  • Die Spenden an ONLUS können alternativ auch vom Gesamteinkommen abgezogen werden. Der Steuerzahler muss entscheiden, welchen der beiden Abzüge er in Anspruch nehmen will, da sie nicht kumulierbar sind. Die Spenden können bis zu einem Höchstbetrag von 10% und maximal 70.000 Euro vom Einkommen abgezogen werden.

stol