Dienstag, 12. Mai 2015

Nepal: „Wir haben alle gezittert, viele haben geweint“

Die österreichische Caritas-Helferin Judith Stemerdink-Herret hat das erneute schwere Erdbeben im Stadtzentrum von Kathmandu miterlebt.

Foto: © APA/EPA

„Es war wirklich heftig und beängstigend“, schilderte Stemerdink-Herret. „Ich habe gerade in einem Zelt im Hof Mittag gegessen, als wir es gespürt haben. Im Büro ist unser Erdbebenalarm losgegangen.“

„Wir sind dann alle durch das Tor nach draußen gelaufen, es war schwierig, einen offenen Bereich in den engen Gassen zu finden“, sagte die Caritas-Mitarbeiterin im Gespräch mit der APA.

„20 Personen standen dann draußen, um uns herum die hohen Häuser, wir hatten Angst, dass sie einstürzen. Alle waren fürchterlich nervös und ängstlich“, sagte Stemerdink-Herret.

Die Caritas-Mitarbeiter befanden sich auch knapp eine Stunde nach dem Erdbeben weiterhin im Freien. „Es hat schon mehrere Nachbeben gegeben.“ Riskant sei es auch, im Schatten Schutz zu suchen, weil solche Flächen im Normalfall nahe bei Mauern und Wänden seien.

Man müsse überlegen, „gehe ich rein auf die Toilette oder Wasser holen und riskiere mein Leben?“, sagte Stemerdink-Herret.

„Alle Menschen versuchen, ihre nächsten Angehörigen zu erreichen“, sagte Stemerdink-Herret. In den ersten Minuten nach dem Beben hätten weder Telefon noch Internet funktioniert.

apa

stol