Zeno Oberkofler, Aktivist bei „Fridays for Future“, wusste nicht, wer sich die <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/protestaktion-von-umweltschuetzern-am-obstmarkt-in-bozen" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Aktion</a> einfallen ließ, er fand sie aber sehr gelungen. <BR /><BR />„Aus dem Fluss gefischten Müll an Neptun, Gott des fließenden Wassers, anbringen, um auf eine akute Verschmutzung hinzuweisen – das ist ein starkes Symbol“, sagte er uns. Er hofft, dass die Aktion viele Menschen zum Umdenken anregt. „Ich finde es toll, dass 3 Freunde, denen anscheinend die Umwelt am Herzen liegt, nunmehr eine Debatte anstoßen wollen“, meinte er. <BR /><BR />Der Frontmann von „Extinction Rebellion“ Südtirol, David Hofmann, meinte auf Anfrage: „Wir waren es nicht.“ <BR /><BR />Die Aufmerksamkeit auf das Thema Umweltschutz zu leiten ist auf alle Fälle gelungen, denn die Protestaktion wurde in den Sozialen Medien rege diskutiert. Dabei gingen die Meinungen auseinander: Während ein Teil diese „künstlerische Gestaltung“ der Neptun-Statue als Vandalenakt anprangerten, gab es einige, die die Aktion gut fanden. Hinterlegt war auch eine Nachricht, dass der Müll in 48 Stunden von den Verursachern selbst wieder abgehängt werde, doch die Gemeinde wollte nicht so lange warten und beseitigte noch am Vormittag den Unrat selbst.<BR /><BR />In einer ersten Reaktion meinte Vizebürgermeister <b>Luis Walcher</b> zu gestrigen Aktion am Obstmarkt: „Tja, man kann es nicht leugnen, dass wir in Bozen ein Müllproblem haben.“ Immer wieder sei zu beobachten, dass Passanten gedankenlos ihren Müll einfach fallen lassen würden, „auch wenn nur wenige Meter entfernt ein Mistkübel steht.“<BR /><BR />Insofern zeige die Aktion der Umweltaktivisten ein Problem auf, das angegangen werden müsse. „Vor allem entlang der Uferböschungen häuft sich mittlerweile der Müll.“ Die Energie- und Umweltbetriebe SEAB sind täglich mit mehreren Mannschaften unterwegs, um den achtlos weggeworfenen Müll einzusammeln, sie kommen mit der Arbeit aber nicht nach. „Da braucht es dringend ein Umdenken in der Bevölkerung, das ist nicht mehr normal, was man alles findet.“ <BR /><BR />Bürgermeister <b>Renzo Caramaschi</b> zeigte sich verärgert. „Es ist ein Vandalenakt, der Kosten verursacht“, sagte er. Anzeige gegen Unbekannt wurde erstattet. <BR /><BR />„Eine starke Aktion, die uns das Müllproblem wieder vor Augen führt“, meinte Umweltstadträtin <b>Chiara Rabini</b>. Es gebe viele Freiwillige, die in Bozen ehrenamtlich dafür sorgen würden, die Stadt sauber zu halten. „Es braucht aber ein noch größeres Engagement der Gemeinde, SEAB und vor allem der Bürger“, meinte Rabini. Die Gemeinde hat mehrere Maßnahmen und Projekte in Sachen Müllvermeidung auf den Weg geschickt. So werden größere Mülleimer aufgestellt, auch in den Parkanlagen, und das Thema Umwelterziehung in den Schulen wird ausgebaut. „Zur Bekämpfung der illegalen Müllablagerungen hat der Stadtrat kürzlich die Verdoppelung der Strafen und Verdoppelung der Überwachungskameras von 6 auf 12 beschlossen“, teilte Rabini mit. <BR /><BR />Voll des Lobes war die Präsidentin des Stadtviertelrates Zentrum-Bozner Boden-Rentsch, <b>Sylvia Hofer</b>. „Das ist eine sehr gelungene Aktion“, meinte sie. Auch Hofer hat letzthin beobachtet, dass die Stadt schmutzig ist. „Wenn man den verkleideten Neptun betrachtet und sieht, dass der umgehängte Müll in nur einer Stunde zusammengekommen ist, dann wird uns das Problem doppelt bewusst“, sagte Hofer. Die Umweltaktivisten haben über die Sozialen Medien angekündigt, den Müll innerhalb von 48 Stunden wieder zu entfernen. Auch diese zeige laut Hofer, dass es sich nicht um einen dummen Streich handle, sondern um eine „durchdachte Aktion. Alles sollen sehen, wie die Realität wirklich aussieht“, meinte sie. <BR /><BR />Stadträtin <b>Johanna Ramoser</b> meinte zum „verkleideten“ Neptun: „Im ersten Moment dachte ich mir, dass es sich um einen Vandalenakt handelt, aber nunmehr ist klar, dass es eine Botschaft ist“, sagte sie. Seit Jahren bemühe sich die Stadtverwaltung in Zusammenarbeit mit der SEAB, die Situation in Sachen Sauberkeit zur verbessern. „Offensichtlich fruchten unsere Initiativen immer noch zu wenig. Es sind weitere Maßnahmen erforderlich, um dieses Problem in den Griff zu bekommen“, erklärte sie. Insofern sei die Aktion angekommen. „In Bezug auf die Müllvermeidung ist noch Luft nach oben.“