Montag, 17. Dezember 2018

Nesthocker: Immer mehr Italiener leben bei den Eltern

Angesichts unsicherer Jobchancen ist die Zahl der jungen Italiener, die im Elternhaus wohnen bleiben, angestiegen. Laut Eurostat-Daten leben 66,4 Prozent der Italiener im Alter zwischen 18 und 34 Jahren bei ihren Eltern. Im Vorjahr waren es noch 65,8 Prozent. Dieser Anteil liegt deutlich über dem EU-Durchschnitt von 50 Prozent.

Als Gründe für die vielen Nesthocker nannten Forscher die hohen Mieten in Italien und ein Desinteresse an der Ehe.
Als Gründe für die vielen Nesthocker nannten Forscher die hohen Mieten in Italien und ein Desinteresse an der Ehe. - Foto: © shutterstock

In der Altersgruppe zwischen 25 und 34 Jahren leben immerhin noch 39,3 Prozent der Italiener bei den Eltern, der EU-Durchschnitt liegt hier bei 30,6 Prozent. Vor allem junge Männer haben Schwierigkeiten, das heimatliche Nest zu verlassen: Zwischen 18 und 34 Jahren leben noch 72,7 Prozent der Männer bei den Eltern, bei den Frauen derselben Altersgruppe sind es 59,8 Prozent. Der EU-Durchschnitt liegt bei 56,2 Prozent für Männer und 43,5 Prozent für Frauen.

Demografen sehen das als Alarmzeichen – die „Nesthocker-Generation“ sei ein Problem für die Entwicklung des Landes, warnen sie. Nicht nur Probleme bei der Suche nach Arbeit und Wohnung erschwerten die Trennung von den Eltern. Auch kulturelle Faktoren würden eine Rolle spielen. Viele junge Frauen seien Nesthockerinnen, obwohl sie finanziell selbstständig seien.

Als Gründe nannten Forscher die hohen Mieten in Italien und ein Desinteresse an der Ehe.

apa

stol