In der Nacht zum Samstag hatte eine Rakete aus dem Jemen die Küstenmetropole Tel Aviv getroffen. Dutzende Menschen wurden Rettungsdiensten zufolge verletzt. Anders als in früheren Fällen blieben Versuche der israelischen Luftabwehr, das Geschoss abzufangen, erfolglos. Bereits zwei Tage zuvor waren Trümmer einer abgeschossenen Huthi-Rakete auf ein Schulgebäude in der Vorstadt Ramat Gan gefallen. Dass es keine Opfer gab, war nur dem Umstand zu verdanken, dass sich zur Zeit des Angriffs am frühen Morgen niemand in dem Gebäude aufgehalten hatte.<BR /><BR />Seit Beginn des Gaza-Kriegs zwischen Israel und der Hamas im Oktober 2023 greifen die mit der Hamas verbündeten Huthi-Milizen regelmäßig mit Raketen und Drohnen Ziele in Israel sowie Schiffe im Roten Meer an. Nach Angaben des israelischen Militärs feuerten die Huthi seitdem 200 Raketen und 170 Drohnen auf Israel ab. Die meisten Geschosse wurden abgefangen oder erreichten Israel nicht.<h3> Huthi schädigen Israel und den Welthandel</h3>Der Schaden für die israelische Volkswirtschaft ist dennoch beträchtlich. Das Risiko, das mit den Angriffen einhergeht, legte den israelischen Rotmeer-Hafen Eilat lahm. Noch größer sind die Schäden, die der Welthandel durch den Huthi-Beschuss internationaler Frachtschiffe im Roten Meer und vor den Küsten des Jemens erleidet. Ägypten muss wiederum enorme Verluste wegen der entgangenen Einnahmen aus dem Suezkanal hinnehmen, der das Rote Meer mit dem Mittelmeer verbindet und der Schifffahrt die Umrundung Afrikas erspart.<BR /><BR />Sowohl Israel als auch die USA und ihre Verbündeten bombardieren deswegen Huthi-Stellungen oder Häfen im Jemen. Israel stehe nicht allein, meinte Netanyahu in dem am Sonntag aufgenommenen Video. „Die USA und andere Länder sehen in den Huthi nicht nur eine Bedrohung der internationalen Schifffahrt, sondern auch eine, die sich gegen die internationale Ordnung richtet“, fügte er hinzu.<h3> Geheimdienstchef: „Auf den Kopf zielen“</h3>Der Chef des Auslandsgeheimdienstes Mossad, David Barnea, rät indes der israelischen Führung einem Bericht zufolge, den Iran anzugreifen. „Wir müssen auf den Kopf zielen – nur die Huthi anzugreifen, reicht nicht“, soll er einem Bericht des Fernsehsenders Channel 13 zufolge in Gesprächen mit der Regierungsspitze gesagt haben. Der Sender berief sich auf namentlich nicht genannte Personen, die Kenntnis von den Unterredungen hatten. Der Iran hat Jahre hindurch die Huthi-Miliz im Jemen als verlängerten Arm für seine expansionistischen Bestrebungen in der Nahostregion aufgebaut.