Jede zehnte Person leidet ab einer Höhe von 2.500 Metern an den Symptomen der Höhenkrankheit. Steigt man auf über 3.000 Meter auf, sind es sogar rund 40 Prozent. <BR /><BR />„Besonders Hobbybergsteiger unterschätzen die Risiken, die Höhenunterschiede mit sich bringen. Doch auch Menschen, die beruflich im Gebirge unterwegs sind, sollten beim Aufstieg Vorsicht walten lassen“, erklärt Giacomo Strapazzon, Leiter des Ambulatoriums für Gebirgsmedizin, bei der Eröffnung der Mountain Clinic im terraXcube des NOI Techparks in Bozen. Dort werden künftig nicht nur Simulationen von Extremwetterereignissen durchgeführt, sondern nach jahrelanger Forschung auch praktische gebirgsmedizinische Leistungen angeboten. <h3> Beratung und medizinische Untersuchungen</h3>Um vor dem Gipfelabenteuer auf Nummer sicher zu gehen, bietet das neu eröffnete Ambulatorium daher fachärztliche Beratung und eine Reihe an Untersuchungen. Zugleich werden Forschung, Medizin und Spezialistenwissen gebündelt. „Dabei konzentrieren wir uns nicht nur auf die Auswirkungen von Höhe, sondern auch auf extreme Temperaturen, Wetterereignisse und Umweltgefahren“, so Strapazzon.<BR /><BR />Das Angebot umfasst Beratung und medizinische Untersuchungen, wie etwa Herz-Lungen-Belastungstests. „Damit kann die individuelle Toleranz gegenüber Höhe ermittelt werden“, erläutert Katharina Plenk, Koordinatorin des Ambulatoriums. In einer Pilotphase wurden bereits 30 Testpersonen betreut, deren Zufriedenheit durchweg positiv gewesen sei. <h3> Leistungen konventioniert</h3>Die konventionierten Leistungen richten sich an Menschen, die regelmäßig in großer Höhe unterwegs sind, sei es beruflich oder privat. Dazu gehören Bergführer, Skilift-Mitarbeiter, Alpinisten, aber auch Kinder, ältere Menschen, Schwangere sowie Personen mit chronischen Erkrankungen oder einer Vorgeschichte von Höhen- oder Dekompressionskrankheiten, die im Gebirge unterwegs sind. Dazu ist eine ärztliche Verschreibung notwendig. „Alle weiteren Interessierten können die Leistungen privat in Anspruch nehmen“, so Plenk. <BR /><BR />Auch Gesundheitslandesrat Hubert Messner unterstrich die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Innovation, Medizin und Forschung: „Unser Gesundheitssystem hat aufgrund der gebirgigen Landschaft viel Erfahrung mit höhenbedingten Erkrankungen gesammelt. Die Mountain Clinic stärkt unsere Rolle und festigt die Prävention.“