Die Operation war bisher kompliziert. Seit über zwei Jahren wird im Krankenhaus Bozen eine neue Operationstechnik angewandt, die jetzt in der Landesfachhochschule Claudiana vorgestellt wurde. Der Hallux valgus, umgangssprachlich auch als Hammerzeh oder Frostballen bezeichnet, ist eine Deformierung, bei der es an der großen Zehe zu einer Abwinklung nach innen kommt und eine seitliche Missbildung entsteht. Der häufigste Grund sind enge und hohe Schuhe. Sie zwingen den Fuß in eine unnatürliche Position. 90 Prozent der Patienten sind Frauen.Als Folge der Verformung treten Gehbeschwerden auf, die Deformierung ist sehr druckempfindlich, Schmerzen gehören also zum Alltag. „Bisher war die Operation sehr aufwändig und schmerzhaft. Unter der Führung von Primar Michael Memminger wurde mit den Orthopäden Vincenzo Cosenza und Dr. Mohamed Al Mawalmeh eine neue ambulante Methode entwickelt, bei dem mittels einem mini-invasiven chirurgischen Eingriff operiert werden kann“, erklärt Sanitätsdirektor Oswald Mayr. Bei der neuen Methode nach Isham-De Prado sind nur minimale Öffnungen vorgesehen. Der Eingriff erfolgt ambulant mit Lokalanästhesie. Sie ist mit wesentlich weniger Schmerzen verbunden als die bisherige Operation, das bedeutet auch eine wesentlich schnelles Genesung und Rückkehr an den Arbeitsplatz. Nach der Operation muss der Verband rund einen Monat getragen werden, der Fuß wird sofort wieder belastet. "Der Eingriff ist wesentlich kürzer, verlangt keine stationäre Aufnahme, hilft somit sparen, und hat für den Patienten geringere postoperative Schmerzen und Komplikationen zur Folge", so Mayr. Allerdings kann nicht bei allen Patienten die neue Methode angewandt werden. In sehr schweren Fällen muss nach wie vor die traditionelle Operation ausgeführt werden.