Mittwoch, 26. Februar 2020

Neue Coronavirus-Fälle in Deutschland: Behörden beraten Vorgehen

Nach zwei nachgewiesenen Coronavirus-Fällen in Baden-Württemberg und Nordrhein Westfalen beraten die Behörden über das weitere Vorgehen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen.

Mitarbeiter  des Leber- und Infektionszentrums des Universitätsklinikum in Düsseldorf nehmen den ersten mit dem Coronavirus Infizierten in Nordrhein-Westfalen in Empfang
Mitarbeiter des Leber- und Infektionszentrums des Universitätsklinikum in Düsseldorf nehmen den ersten mit dem Coronavirus Infizierten in Nordrhein-Westfalen in Empfang - Foto: © APA/dpa / Guido Kirchner
Am Mittwoch seien Gespräche geplant, um die Situation zu bewerten und die nächsten Schritte zu planen, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Nordrhein-Westfalen (NRW) der Deutschen Presse-Agentur am frühen Mittwochmorgen. Das Gesundheitsministerium in Baden-Württemberg war zunächst noch nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

NRW: Patient in kritischem Zustand

Der Zustand des ersten Coronavirus-Patienten in NRW war nach Angaben des Sprechers unverändert kritisch. Bei der Ehefrau des Mannes, die ebenfalls mit Symptomen einer Viruserkrankung stationär behandelt wurde, handele es sich weiterhin um einen Verdachtsfall – ein Ergebnis liege noch nicht vor.

Am Montag war der Mann mit Symptomen einer schweren Lungenentzündung in einem Krankenhaus in Erkelenz im Kreis Heinsberg bei Aachen aufgenommen und auf der Intensivstation isoliert worden. In der Nacht zu Mittwoch wurde er ins Uniklinikum Düsseldorf gebracht. Nach dpa-Informationen ist der Patient Mitte 40 und leidet an einer Vorerkrankung.

Der Mann hatte nach Angaben des Heinsberger Landrats Stephan Pusch Kontakt mit einem Bekannten, der sich geschäftlich in letzter Zeit in China aufgehalten habe. Das meldete die „Aachener Zeitung“. Ob sich dieser Mann auch in Behandlung begeben habe, konnte Pusch zunächst nicht sagen.

Vermutlich bei Mailand-Reise angesteckt

Bei dem Patienten aus Baden-Württemberg handelt es sich nach Angaben des Landes-Gesundheitsministeriums vom Dienstag um einen 25-Jährigen aus dem Landkreis Göppingen. Er habe sich vermutlich während einer Italienreise in Mailand angesteckt. Der Patient sei nach seiner Rückkehr mit grippeähnlichen Symptomen erkrankt und habe Kontakt mit dem örtlichen Gesundheitsamt aufgenommen. Er sollte am Dienstagabend in einer Klinik isoliert untergebracht und behandelt werden.

In Deutschland waren schon vor einiger Zeit erste Infektionen mit Sars-CoV-2, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann, nachgewiesen worden: vor allem bei einer Firma in Bayern, aber auch bei Rückkehrern aus Wuhan. Diese Fälle führten aber nicht zu weiteren bekannten Ansteckungen.

Vom Robert-Koch-Institut (RKI) hieß es, Ziel in Deutschland sei es, eine Erkrankungswelle hinauszuzögern, um zu vermeiden, dass die Covid-19- und die derzeitige Grippewelle zusammenfallen. Behörden versuchen, den Fällen mit Hochdruck nachzugehen, um eine weitere Verbreitung des Virus möglichst zu verhindern. Dadurch soll die Belastung auf das Gesundheitssystem abgemildert werden.

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dpa