Wie berichtet, starb die junge Frau, die als Bergführerin, Bloggerin und Influencerin bekannt war, nach 19 Tagen des Ringens um ihr Leben am Sonntagabend in ihrer bayerischen Heimat. Die 30-Jährige aus Penzberg war am 23. Juni bei einem Verkehrsunfall am Sellajoch auf der Staatsstraße 242 schwerst verletzt worden. Sie war mit ihrem Fahrrad unterwegs, als sie mit dem Motorrad des ehemaligen Skiweltmeisters Peter Runggaldier aus Wolkenstein in Gröden kollidierte.<BR /><BR />Laura Härtig wurde in lebensbedrohlichem Zustand erstversorgt und anschließend mit dem Notarzthubschrauber in das Krankenhaus Bozen geflogen. Am 9. Juli erfolgte ihre Verlegung in die Unfallklinik Murnau in Deutschland. Dort erlag sie schließlich ihren schweren Verletzungen.<h3> Letzter Post: Das Hochzeitsvideo</h3>Erst wenige Tage zuvor hatte Laura Viktoria Härtig geheiratet. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Tilman befand sie sich auf Hochzeitsreise – die Berge Südtirols und des Trentinos waren Stationen ihrer Tour. Als leidenschaftliche und erfahrene Mountainbikerin kannte sie die Strecken in den Dolomiten bestens. Immer wieder standen sie im Mittelpunkt der Videos und Fotos, die sie auf ihrem Instagram-Profil veröffentlichte, dem mehr als 50.000 Menschen folgten.<BR /><BR />Besonders tragisch: Der letzte Post stammt vom 21. Juni und zeigt ein Video von ihrer Hochzeit und dem Ja-Wort in wunderschöner Bergkulisse. Dazu schrieb sie: „Eine Seilschaft fürs Leben“. Zuvor teilte sie mit ihren Followern zahlreiche Fotos von Bergtouren in Südtirol, darunter auch ein Gipfelfoto von der Wilden Kreuzspitze.<h3> Unfalldynamik</h3>Nach den bisherigen Erkenntnissen der Ermittler fuhr die 30-Jährige bergab durch eine S-Kurve, während Peter Runggaldier auf seiner KTM in Richtung Sellajoch bergauf unterwegs war. Aus bislang ungeklärter Ursache stießen die beiden Fahrzeuge frontal zusammen. Die Wucht des Aufpralls war enorm: Das Fahrrad zerbrach in zwei Teile, beide Beteiligten wurden mehrere Meter weit auf die Fahrbahn geschleudert. Fotos von der Unfallstelle zeigten das Ausmaß der Kollision – die Fahrzeuge waren schwer beschädigt, Trümmerteile lagen über die Fahrbahn verstreut.<BR /><BR />Die Radfahrerin erlitt dabei die schwersten Verletzungen. Nachdem sie noch an der Unfallstelle stabilisiert worden war, brachte sie der Notarzthubschrauber ins Krankenhaus Bozen. Dort wurde sie auf der Intensivstation aufgenommen, ihr Zustand blieb zunächst kritisch und die Prognose zurückhaltend.<BR /><BR />Auch Peter Runggaldier wurde versorgt und per Notarzthubschrauber in das Krankenhaus Santa Chiara in Trient geflogen. Er erlitt mehrere Verletzungen, darunter Knochenbrüche und ein Bauchtrauma. Sein Zustand wurde zwar als ernst eingestuft, er schwebte nach Angaben der Ärzte jedoch nicht in Lebensgefahr.<h3> Großeinsatz an der Unfallstelle</h3>An der Unfallstelle lief ein Großeinsatz der Rettungskräfte. Im Einsatz standen die Teams von Trentino Emergenza und Aiut Alpin Dolomites mit zwei Notarzthubschraubern sowie ein Notarztfahrzeug und ein Rettungswagen des Weißen Kreuzes. Auch die Freiwillige Feuerwehr Canazei war vor Ort und sicherte die Unfallstelle ab. Die Ermittlungen und die Unfallaufnahme übernahmen Beamte der Ortspolizei des Fassatals und von Moena gemeinsam mit den Carabinieri von Cavalese. Für die Dauer der Rettungs- und Bergungsarbeiten sowie der Spurensicherung blieb die Staatsstraße rund eine Stunde lang gesperrt.<BR /><BR />Runggaldier hatte sich nach dem Unfall kooperativ gezeigt, den Ermittlern bei der Rekonstruktion des Geschehens geholfen und sich wiederholt nach dem Gesundheitszustand der Verunglückten erkundigt. Ein Alkoholtest verlief negativ, zudem gibt es nach ersten Zeugenaussagen keine Hinweise darauf, dass er mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs war.<BR /><BR />Runggaldier feierte in den 1990er-Jahren zahlreiche Erfolge im Skiweltcup, vor allem in den Disziplinen Abfahrt und Super-G. In letzterer gewann der heute 57-Jährige 1995 den Weltcup. Bei der Weltmeisterschaft 1991 errang der Rennläufer die Silbermedaille in der Abfahrt.