Dienstleistung, Wohnen, Nachhaltigkeit, Kultur: Dies sind unter anderem einige Punkte mit denen sich 20 Studenten der Fakultät für Architektur der Universität Innsbruck im Zeitraum April bis November 2022 intensiv beschäftigt haben. Unter der Koordination von Wittfrida Mitterer, Direktorin des Kuratoriums für Technische Kulturgüter, wurde im Rahmen der Lehrveranstaltung „Neues Bauen im Bestand“ akribisch der Bestand der das „Dorfbild“ bestimmenden Gebäude rund um den Grieser Platz und in der Fagenstraße erhoben. <BR /><BR />Mitterer sieht großes Entwicklungspotential in der genannten Zone. Neben der Verkehrsberuhigung am Platz selbst – die ausgearbeitete Idee sieht eine Untertunnelung der Platzes vor – ist im vorliegende Konzept auch die seit Jahren diskutierte Errichtung eines Mehrfamilienhauses bei der aktuellen Zufahrt zum Kloster in der Fagenstraße vorgesehen. „50 Wohnungen könnten entstehen, samt Tiefgarage mit 85 Stellplätzen“, erklärt Mitterer. Dort, wo besagtes Wohnhaus entstehen soll, steht derzeit noch das Grieser Kulturheim und ein Diensthaus des Klosters Muri Gries. Als Ausweichquartier für die Kultur wird daher der Klosterstadel ins Auge gefasst. <BR /><BR />Um den Barockbau aus dem Jahr 1769, der 1909 grundlegend umgebaut wurde, gibt es seit Jahren eine Art „Gstritt“. Ursprünglich hätte er abgerissen werden sollen, um Platz für Wohnbauprojekte zu schaffen, die das Kloster gemeinsam mit dem Diözesaninstitut für den Unterhalt des Klerus DIUK verwirklichen wollte. <BR /><BR />Seit dem Jahr 2022 steht der Stadel unter Denkmalschutz. Ein Rekurs gegen diese Maßnahme vor dem Verwaltungsgericht ist derzeit noch anhängig. Dem imposanten Bauwerk haben die Studenten besonderes Augenmerk gewidmet. Für die zukünftige Nutzung nach einer aufwendigen Sanierung, haben Mitterer und die Unistudenten fundierte Konzepte ausgearbeitet: Er soll zum großes Musik- und Kulturzentrum werden, samt einer Außenstelle des Landesarchivs. Nach dem Haus-im-Haus-Prinzip soll das Gebäude saniert und einer neuen Nutzung zugeführt werden. Der Vorteil: Ein Großteil des Bestandes kann in seiner Originalform erhalten und konserviert werden. <BR /><BR />Die angefertigten Projektskizzen sind im Übrigen im Schaufenster des Lichtstudios Eisenkeil am Grieser Platz zu sehen. „Das gesamte Konzept wurde zudem der Landesverwaltung kostenlos überlassen“, erklärt Mitterer. <BR /><BR />In ihrer Funktion als Koordinatorin des Lehrveranstaltung dun Direktorin des Kuratoriums spricht sie sich klar für den Erhalt des Stadels aus. „Er ist ein wichtigen Teilstück des großen Ensembles rund um das Kloster. Seine Existenz macht diese Zone so besonders“, meint sie.