Umgesetzt wird das Vorhaben im Idealfall ab Jänner 2027. Dabei wird der Mann aus dem Eis in einem maßgefertigten Spezialgefrierschrank untergebracht, bleibt aber im Museum. Allerdings soll er fünf Wochen fürs Publikum nicht zu sehen sein.<BR /><BR />Beim Mann aus dem Eis handelt es sich um eine auf natürliche Weise im Gletscher mumifizierte Feuchtmumie. Durch die lange Zeit im Schnee und Eis ist der Körper dehydriert, d.h., dass ein Großteil des Wassers entzogen wurde. Ötzi wiegt etwa 13 Kilogramm und ist 1,54 Meter lang.<BR /><BR /> Seit 1998 wird die Mumie in einer speziell entwickelten Kühlzelle im Südtiroler Archäologiemuseum in Bozen konserviert. „Unter Bedingungen wie am Gletscher lagert der Körper bei Minus sechs Grad Celsius und 99 Prozent Luftfeuchtigkeit auf einer Präzisionswaage“, sagt die Direktorin des Südtiroler Archäologiemuseums in Bozen, Elisabeth Vallazza. Die Mumie wird regelmäßig mit sterilem Wasser besprüht, um Feuchtigkeitsverlust entgegenzuwirken.<BR /><BR />Allerdings ist Ötzis Kälteanlage in die Jahre gekommen. Verwirklicht wurde sie vor 30 Jahren, inzwischen einige Male repariert, doch jetzt muss eine neue her. „Auch um noch mehr Sicherheit für diesen wertvollen Fund zu garantieren“, sagt Landesrat Christian Bianchi. Er unterbreitet der Landesregierung heute einen Grundsatzbeschluss mit Kostenschätzung. Diese wird sich auf 1,7 Millionen Euro belaufen. „Und für digitale Kontrolle und weniger Energieverbrauch sorgen“, so Bianchi.<h3> Ötzi hat bereits drei Kältezellen</h3>Schon heute stehen für Ötzi nicht eine, sondern drei Kältezellen zur Verfügung: eine, die über ein Fenster für das Publikum einsehbar ist, eine zweite als Reserve und die dritte für wissenschaftliche Untersuchungen. „Alle drei sind redundant, das heißt separat über mehrere Kompressoren versorgt, sodass jede davon eine sichere Konservierung garantiert“, so Vallazza. Auch die neue Anlage wird diesen doppelten Schutz bieten, versichert Bianchi.<BR /><BR />Während des Austausches der Kompressoren, Pumpen und Steuerungsgeräte bleibt die Gletschermumie im Museum. „Sie wird in einem maßgefertigten Spezialgefrierschrank gelagert, den wir ankaufen und später weiter nutzen können“, sagt Vallazza. Für die Mumie sei es besser, nicht vom Museum fortbewegt zu werden.<BR /><BR /> Für maximale Sicherheit sorgt ein weiterer Kompressor, der nach Angaben des Landes angemietet wird. Ötzi wird also während des Eingriffes ständig von zwei Kompressoren versorgt. Zur Not gibt es auch noch einen LKW des Zivilschutzes, in dem die Mumie einige Stunden gekühlt werden könnte, sowie eine Kälteeinheit am Bozner Spital.<h3> Im Idealfall wird Kälteanlage Jänner 2027 ausgetauscht</h3>Im Idealfall wird die Kälteanlage im Jänner 2027 ausgetauscht. Möglich sei der „Eingriff“ nur im Zeitfenster Jänner bis März, wenn der Besucherandrang im Museum gering sei. Sollte es bis Jänner nicht klappen, rutsche alles auf 2028. Für voraussichtlich fünf Wochen wird Ötzi dabei nicht für Besucher zu sehen sein.<BR /><BR />Der Mann vom Hauslabjoch wurde am 19. September 1991 von den Wanderern Erika und Helmut Simon auf 3.210 Metern Höhe entdeckt. Ötzi lebte vor etwa 5.300 Jahren in der Kupfersteinzeit. Mit Ötzi wurden seine Kleidung, Ausrüstung und ein Kupferbeil gefunden. Untersuchungen ergaben, dass er im Alter von 46 Jahren durch einen Pfeilschuss von hinten den Tod fand.