Sonntag, 20. September 2020

Neue Kapelle der Cusanus-Akademie Edith Stein gewidmet

Bischof Ivo Muser weihte am Samstag die Kapelle im 1. Stock der Cusanus-Akademie und widmete sie der Europa-Patronin Edith Stein. Der Künstler Lois Anvidalfarei aus Abtei hat die Kapelle mit einem neuen Priestersitz und einem Ambo ausgestattet. Die Stiftung Südtiroler Sparkasse hat den Umbau der Kapelle finanziert.

Bischof Ivo Muser feierte den Gottesdienst in der neuen Kapelle der Cusanus-Akademie.
Badge Local
Bischof Ivo Muser feierte den Gottesdienst in der neuen Kapelle der Cusanus-Akademie. - Foto: © cusanus
Nach 18 Monaten Umbauzeit, 5 Monaten Corona-bedingtem Stillstand und dem Festakt am Samstag stand am Sonntag die Einweihung der Kapelle der Cusanus-Akademie im Mittelpunkt eines feierlichen Gottesdienstes.

Während die gesamte Akademie Europa gewidmet ist, trägt die Kapelle den Namen von Edith Stein. Der Domchor Brixen unter der Leitung von Domkapellmeister Heinrich Walder umrahmte die Weihe musikalisch, Franz Comploi als Domorganist.

Edith Stein: Brückenbauerin zwischen Christentum und Judentum


Edith Stein ist 1891 in Breslau geboren und 1942 im KZ Auschwitz-Birkenau gestorben. Die deutsche Philosophin und Frauenrechtlerin war jüdischer Herkunft, wurde 1922 Katholikin, 1933 Unbeschuhte Karmelitin und im Nationalsozialismus Opfer des Holocaust. Papst Johannes Paul II. sprach sie 1987 selig und 1998 heilig. Edith Stein gilt als Brückenbauerin zwischen Christentum und Judentum.

Bischof Ivo Muser betonte beim heutigen Gottesdienst: „Edith Stein ist eine beeindruckende Gestalt, die noch viel zu wenig bekannt ist. Die Philosophin, Frauenrechtlerin, Pädagogin, Jüdin, Christin, Ordensfrau und schließlich Märtyrerin und Mitpatronin Europas habe uns viel zu sagen. Ihre Biographie und ihre Schriften seien eine Schatztruhe voller Impulse. „Edith Stein ist eine moderne Gott-Sucherin“, sagte Bischof Muser.

Gerade die Gottesfrage müsse heute im Zentrum kirchlicher Verkündigung stehen – mehr Gott und weniger innerkirchliche Nabelschau. Es sei ihm ein persönliches Anliegen gewesen, die Kapelle der Cusanus-Akademie dieser großen Frau zu widmen, sagte der Bischof. Es ist der erste und bis jetzt einzige liturgische Ort in der Diözese Bozen-Brixen, der ihren Namen trägt. „Ich glaube, dass auch Kardinal Nikolaus Cusanus mit dieser Wahl einverstanden ist“, ist Bischof Ivo Muser überzeugt.

Der Bildhauer Lois Anvidalfarei aus Abtei hat die Kapelle künstlerisch gestaltet:„Mein erster Gedanke war: 'Nichts berühren'.“ Doch während des Arbeitens habe er gespürt, dass die Kapelle eine neue Stimmigkeit bekam. „Sie wurde zu einem starken Raum, wo sich Liturgie mit Freude feiern lässt“, sagte der Bildhauer bei der Kapellweihe. Die Stiftung Südtiroler Sparkasse hat die Finanzierung der liturgischen Elemente übernommen.

stol

Schlagwörter: