Bei iNEST handelt es sich um ein sehr umfangreiches Forschungsprojekt, wie Prof. Guido Orzes informierte. Er ist der stellvertretende Leiter des Kompetenzzentrums für Innovationsökosysteme in Bergregionen, das an der Universität Bozen eigens für die Umsetzung von iNEST eingerichtet wurde. <h3> Erste Apfel-Seilbahn der Welt als Beispiel</h3>„Im Rahmen unserer Forschungsarbeiten haben wir unter anderem intelligente Transportlösungen für Betriebe in Bergregionen erprobt“, so Orzes. Ein Projekt, das am Freitag vorgestellt wurde, ist ein automatisiertes Seilbahnsystem für den Gütertransport. „Die Waren sollen mittels Seilbahn befördert werden, das Be- und Entladen der Güter erfolgt automatisch“, erklärte Orzes. „Es handelt sich um eine Technologie mit Zukunft, die bereits jetzt immer mehr Interesse findet.“ Dies belegt die erste Apfel-Seilbahn der Welt, die kürzlich im Trentino eingeweiht wurde <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/startschuss-fuer-die-weltweit-erste-apfelseilbahn" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">(wir haben berichtet)</a>. <BR /><BR />Ein gut funktionierendes Vertriebsnetz ist für zahlreiche Betriebe, auch hier in Südtirol, das A und O. So haben es sich die iNEST-Forscher zur Aufgabe gemacht, ein neuartiges System zu entwickeln: Es soll Betrieben in Bergregionen kategorisch bei der Auswahl des für sie am besten geeigneten Vertriebsnetzes helfen. „Ein ähnliches System wurde für Bergbauern entwickelt. Ziel ist es, ihnen bei der Verwaltung des Almbetriebs mit Schafen, Rindern und Ziegen zu helfen“, sagte Orzes. <BR /><BR /><embed id="dtext86-72380799_quote" /><BR /><BR />Stichwort Schafe: „Während deren Wolle heutzutage meist einfach entsorgt wird, hatte sie früher einen großen Nutzen“, informierte Orzes. So diente Wolle früher als Rohstoff für warme Kleidung, Handwerksprodukte und mehr. Genau hier will iNEST mit dem Projekt „Feral Wool“ ansetzen und hat neue Möglichkeiten zur Verwertung von Südtiroler Schafwolle erprobt.<BR /><BR />„Was Südtirol anbelangt, so werden jährlich rund 80 Tonnen Wolle verschwendet“, erklärte Orzes. „Ein Großteil der Verluste entsteht, weil es in der Region zu wenige lokale Verarbeitungsstrukturen für textile Zwecke gibt.“ Doch auch unverarbeitete Wolle könne sinnvoll eingesetzt werden. „Sie kann etwa Bäume vor Schädlingen und Waldbränden schützen, den Boden mit Nährstoffen versorgen, die das Pflanzenwachstum fördern, und ihn gleichzeitig entgiften. Die Wolle ist somit auch eine wertvolle Ressource für das Ökosystem.“<BR /><BR />Neben der Universität Bozen waren auch die Eurac sowie die Universitäten von Verona, Padua, Udine und Ca’ Foscari am Projekt beteiligt.