Die 33-Jährige stammt aus Sizilien, war zuvor Anwältin und spricht im Interview über ihren ungewöhnlichen Berufsweg, ihre ersten Eindrücke von Meran und die Zusammenarbeit mit ihren Kollegen.<BR /><BR /><b>Frau Hauptkommissarin Ventimiglia, warum entscheidet sich eine Anwältin für die Polizeiuniform?</b><BR />Vittoria Ventimiglia: Das war mein Traum seit dem dritten Jus-Studienjahr, auch wenn ich aus einer alteingesessenen Anwaltsfamilie stamme. Ich habe auch drei Jahre als Anwältin gearbeitet. Und meine Familie hat mich dann in meiner Berufswahl unterstützt.<BR /><BR /><b>Sie sind seit Anfang August Chefin der Staatspolizei in Meran. Gebürtig aus Sizilien und nun im hohen Norden. Was fehlt Ihnen am meisten an Ihrer Heimat und was gefällt Ihnen hier am besten?</b><BR />Ventimiglia: Von meiner Heimat fehlt mir das Meer, aber ich habe mich hier in die Berge verliebt. Und ich liebe die Ordnung hier und die Sauberkeit. Fast wie in einem Märchen, alles scheint perfekt zu sein.<BR /><BR /><b>Scheint perfekt zu sein...?</b><BR />Ventimiglia: Natürlich hat jede Stadt ihre Problemfelder, aber deswegen sind wir ja da, um Probleme zu lösen. <BR /><BR /><b>Wie begegnen Ihnen die Meraner? Was sagen sie Ihnen?</b><BR />Ventimiglia: Ich begegne sehr offenen Menschen, die mich auf bestimmte Sachen hinweisen. Also ich würde sagen, die Meraner sind kollaborativ und haben Vertrauen in uns.<BR /><BR /><b>Wie ist es sich als junge Frau in einer Männerdomäne Respekt und Gehör zu verschaffen?</b><BR />Ventimiglia: Ich mag eine Zusammenarbeit im gegenseitigen Respekt. Und ich habe hier im Meraner Kommissariat Mitarbeiter vorgefunden, die echt auf zack sind und die mir geholfen haben, die Gegebenheiten, Leben und Dynamik der Stadt zu verstehen.<BR /><BR /><b>Wie würden Sie sich charakterlich beschreiben?</b><BR />Ventimiglia: Ich bin ein sonniger Mensch, eine Frohnatur. Ich suche immer die positive Seite und das hat mir auch in meinem Beruf sehr geholfen.<BR /><BR /><b>Merans Bürgermeisterin ist eine junge Frau, die Chefin der Finanzpolizei ebenso usw. Mit Ihnen wird Meran noch eine Spur weiblicher...</b><BR />Ventimiglia: Ja, wir sind viele Frauen (lacht) und können einen Gang zulegen. Bürgermeisterin Katharina Zeller erlebe ich als sehr praktische Frau, die den Dialog sucht. Die Chemie stimmt, auch mit meiner Kollegin der Finanzpolizei und den männlichen Kollegen bei den Carabinieri und der Stadtpolizei. <BR /><BR /><b>Wie lange werden Sie in Meran bleiben?</b><BR />Ventimiglia: Ich hoffe, so lange wie möglich.