„Ich nenne es eine kleine Revolution“, sagt Mobilitätsstadtrat Stefano Fattor. <BR /><BR />Die Zahl der Pakete, die täglich alleine in der Bozner Altstadt ausgeliefert werden, ist schon beeindruckend: „Zwischen 3000 und 5000 Pakete sind es in der verkehrsberuhigten Zone“, sagt Stefano Fattor. Zurückzuführen sei dies auf den zunehmenden Onlinekauf und den sich verändernden Handel: „Heutzutage sind es fast ausschließlich große Modeketten, die in der Altstadt angesiedelt sind und oft mehrmals am Tag Waren angeliefert bekommen, da die meisten Geschäfte über keine Magazine verfügen“, erklärt Fattor. <BR /><BR />Im November vergangenen Jahres wurde das neue Verkehrskonzept vorgestellt und ab heute treten die Regeln in Kraft. Zunächst werden die Südtiroler- und die Perathoner-Straße in die Liste der verkehrsbeschränkten Zonen aufgenommen. Auch die rund 2700 Sondergenehmigungen, die in den letzten 30 Jahren verteilt worden sind, wurden annulliert. <BR /><BR />Die weiteren Veränderungen betreffen vor allem die Be- und Entladezeiten: Von Montag bis Samstag zwischen 6 und 10.30 Uhr dürfen Fahrzeuge bis zu 3,5 Tonnen für die Warenlieferung in die verkehrsberuhigte Zone einfahren. Lieferwägen mit Elektro- Hybrid- oder Wasserstoffantrieb dürfen sogar bis 11 Uhr sowie von 14.30 bis 16 Uhr in die Altstadt. <BR /><BR />Elektrokleinfahrzeuge und Lastenfahrräder (Cargo-Bikes) welche vermehrt für Paketzustellungen eingesetzt werden, haben hingegen den ganzen Tag über freie Fahrt in der Altstadt. Ausgenommen sind aufgrund ihrer Enge: die Erbsen-, Waag-, und Pfarrgasse, sowie die Museumsstraße. <h3> Fahrrad-Fahrverbot nicht ausgeweitet</h3>Geplant war auch, das Fahrrad-Fahrverbot auf die Laubengasse zwischen Obstmarkt und Kornplatz auszuweiten. Dieses Verbot wurde aber letzthin zurückgenommen. Besonders die Ratsfraktionen der SVP und Grünen sahen das Verbot als einen Widerspruch zum nachhaltigen Mobilitätsplan PUMS und dem Regierungsprogramm. Darin lautet nämlich ein Ziel: „Ausbau und Förderung der Fahrradmobilität“. Aus diesem Grund reichte die Grünen-Gemeinderäte auch einen Änderungsantrag ein. <BR /><BR />Zuletzt wird auch die Zufahrt für Handwerker geregelt: Diese dürfen für dringende Reparaturarbeiten mit ihren Fahrzeugen bis zu 3, 5 Tonnen in die Altstadt einfahren. In diesem Fall muss aber innerhalb 72 Stunden nach der Einfahrt in die verkehrsberuhigte Zone eine Meldung erstattet werden.<BR /><BR />„Es wird sicherlich Kritik am neuen Konzept geben, aber wir müssen die nächsten Monate hartnäckig bleiben, um den zunehmenden Lieferverkehr im Zentrum zu begrenzen“, betont der Mobilitätsstadtrat abschließend.