Freitag, 29. Januar 2016

Neue Regeln für eine bessere Ferienbetreuung

Alles neu macht der Sommer in der Ferienbetreuung von Kindern? Nicht ganz. Aber ab Sommer 2016 gelten neue Förderkriterien für Anbieter der Sommer- und Nachmittagsbetreuung von Kindern und Jugendlichen. Damit erhalten auch kleine Gruppen und ältere Kinder Zugang. Zudem soll es auch zu Fasching und Allerheiligen ein Angebot geben.

57.000 eingeschrieben Kinder wurden 2015 über die Ferienbetreuung beschäftigt.
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57.000 eingeschrieben Kinder wurden 2015 über die Ferienbetreuung beschäftigt.

"Die Betreuung von Kindern und Jugendlichen in der kindergarten- und schulfreien Zeit ist eine wichtige Voraussetzung für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf", weiß Landesrätin Waltraud Deeg. Daher lege man besonderen Wert auf die Weiterentwicklung dieser Angebote, so Deeg bei der Vorstellung der neuen Förderkriterien gegenüber den anbietenden Organisationen, Vereinen und Genossenschaften.

NEU: Betreuung bereits ab 8 Kindern 

Stefan Walder, Direktor der Familienagentur, stellte die Neuerungen vor. Demnach kann eine Sommerbetreuung künftig bereits ab einer Gruppengröße von 8 Kindern angeboten werden.

Auch Aktivitäten, die nur eine Woche dauern, werden zur Förderung zugelassen. Um möglichst die gesamte Ferienzeit abdecken zu können, sehen die neuen Kriterien ab 2017 eine stärkere Koordinierung durch die Gemeinden vor Ort vor.

NEU: Betreuung bis zum Alter von 15 Jahren 

Neu ist auch, dass das Alter der Zielgruppe angehoben wurde: So können Kinder bis zum Alter von 15 Jahren zugelassen werden. Bisher lag die Altersgrenze bei 14 Jahren.
"Das schien uns sinnvoll und notwendig, da Kinder bis zum Alter von 16 Jahren aufgrund der neuen Gesetzeslage keine Sommerjobs ausüben dürfen", so die Familienlandesrätin.

NEU: Mit Behinderung bis zum Alter von 18 Jahren

Ein besonderes Augenmerk gilt auch der Betreuung von Kindern mit Beeinträchtigung. Sie dürfen künftig bis zur Volljährigkeit in die Sommerbetreuungsprojekte aufgenommen werden.

NEU: Auch zu Fasching und im November

Der Begriff "Ferienbetreuung" wird künftig die Bezeichnung "Sommerbetreuung" ersetzen. "Damit können wir auch Angebote während der schulfreien Wochen im November oder zu Fasching fördern", unterstrich Stefan Walder.

Stefan Walder (v.l.) und Gerhard Mair stellten die neuen Förderkriterien vor. - Foto: lpa

"Es geht uns darum, die Familien in den Ferienzeiten zu entlasten, aber vor allem auch darum, den Kindern und Jugendlichen eine sinnvolle Beschäftigung zu bieten", bekräftigte die Familienlandesrätin.
Die neuen Förderkriterien müssen noch von der Landesregierung genehmigt werden und kommen voraussichtlich ab Sommer 2016 zur Anwendung.

Ein Angebot, das den ganzen Sommer abdeckt

Ziel der neuen Kriterien sei es auch, die bürokratischen Abläufe für Vereine, Genossenschaften, Jugenddienste oder andere Anbieter zu vereinfachen und zu beschleunigen sowie die Planung für alle Seiten zu erleichtern. 
"Zudem möchten wir die Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden fördern und ein gestaffeltes Angebot, das möglichst den ganzen Sommer abdeckt, gewährleisten", erklärte Deeg beim Treffen mit den Anbietern.  

Millionen Euro für die Betreuung

Im letzten Jahr wurden in der Landesfamilienagentur über 250 Gesuche um Beiträge für Sommerbetreuungsangeboten eingereicht, und durch die Projekte von privaten Körperschaften, Gemeinden und Schulen konnten 57.000 eingeschrieben Kinder betreut werden.
Dafür wurden vom Landesfamilienressort rund 4,7 Mio. Euro zur Verfügung gestellt. Die Nachmittagsbetreuung von Kindern und Jugendlichen im Schuljahr 2015/16 wird mit Beiträgen in Höhe von rund 1,9 Mio. Euro gefördert.

stol/lpa

stol