Der Verwaltungsrat hat Staatsanwaltschaft und Rechnungshof eingeschaltet. Der Vorwurf an Lantschner: Er habe die Vergabe eines Einrichtungs-Auftrages nicht regelkonform abgewickelt.Lantschners Verteidiger Ivo Tschurtschenthaler weist diese Vorwürfe zurück.Der Verwaltungsrat der KlimaHaus Agentur wirft Lantschner vor, er hätte beim Kauf der Einrichtung im City Tower, wo sich der Sitz der Klima Haus Agentur befindet, keine EU-weite Ausschreibung veranlasst, obwohl dies erforderlich gewesen wäre.Es ging um einen Auftrag in Höhe von 540.000 Euro. Der EU-Schwellenwert für Liefer- und Dienstleistungsaufträge lag 2010/2011 bei 193.000 Euro (inzwischen sind es 200.000 Euro).Eine Einrichtungsfirma führte diese Arbeiten aus – ohne vorherige Ausschreibung. Der Verwaltungsrat wurde nicht darüber informiert, dass die Arbeiten bereits vergeben wurden, sagt Verwaltungsratspräsident Flavio Ruffini.„Wir haben es erst später erfahren. Bei der ersten Kontrolle haben wir dann die Arbeiten gestoppt.“ Die Arbeiten seien ohne Beschluss bzw. erforderliche Unterschrift durchgeführt worden. Der Verwaltungsrat forderte daraufhin den Rückbau, erklärt Ruffini. Die Arbeiten wurden rückgängig gemacht. Dann habe man die Einrichtung bzw. die Arbeiten ordnungsgemäß ausgeschrieben und sie „um einen Bruchteil des Geldes bekommen“, sagt Ruffini.Von den 540.000 Euro, die unter Lantschners Führung bereitgestellt worden seien, hätten ursprünglich über 270.000 Euro allein als Ausgabe für die Möbel an die Firma hingeblättert werden sollen.Die Möbel habe man dann aber – im Zuge der Ausschreibung – etwa 100.000 Euro billiger bekommen. Ruffini betont, dass der Verwaltungsrat Lantschner deshalb nicht angezeigt habe, sehr wohl habe der Verwaltungsrat aber eine Meldung an den Staatsanwalt und den Rechnungshof gemacht, ob ein Schaden für die öffentliche Hand entstanden sei.Norbert Lantschners Anwalt Ivo Tschurtschenthaler weist die Anschuldigungen zurück: Sein Mandant habe sich nichts zu Schulden kommen lassen.Der Verwaltungsrat der KlimaHaus Agentur habe es bei der Vergabe dieses Auftrages versäumt, Anweisungen zu erteilen, wie dies erfolgen sollte.„Der Verwaltungsrat war zu spät dran bei der Organisation des Umzugs in den City Tower“, sagt Tschurtschenthaler. „Die Übersiedelung in einem halben Jahr zu bewerkstelligen, war fast unmöglich.“Tschurtschenthaler unterstreicht, dass die gleiche Einrichtungs-Firma, die zuerst die Arbeiten durchgeführt habe und dann zurückgepfiffen wurde, danach den Wettbewerb gewonnen habe und die Arbeiten erneut ausführte. Als die Firma die Arbeiten das erste Mal erledigte, hätte sie dies eigenmächtig getan, ohne dass Lantschner dazu den Auftrag erteilt hätte.„Ich habe nie einen Auftrag an diese Firma unterschrieben“, sagt Lantschner. „Der Kenntnisstand des Verwaltungsrates in dieser Sache war höher als meiner“, betont der entlassene Direktor.„Wenn der Verwaltungsrat jetzt zum Staatsanwalt geht, dann frage ich mich, warum er das nicht schon vor zwei Jahren getan hat.“hof/dolo