Freitag, 11. Juni 2021

Neuer Entwurf der Kölner Hütte: Kritik der Alpenvereine

Nachdem der Entwurf für einen Glasturm neben der Kölner Hütte am Fuße des Rosengartens abgelehnt wurde, liegt nun das neue Projekt vor. Doch auch dieses sieht einen Glasturm vor.

Die Baustelle an der Kölner Hütte.
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Die Baustelle an der Kölner Hütte. - Foto: © AVS
Vor gut 2 Jahren stellten sich die Alpenvereine AVS und CAI und die Umweltorganisationen Dachverband für Natur- und Umweltschutz und Heimatpflegeverband gegen den Glasturm am Rosengarten auf 2300 Meter Höhe neben der Kölner Hütte.

Auch die Stiftung Dolomiten Unesco Welterbe lehnte das Bauwerk ab. Unter den Mitgliedern der Landesregierung herrschte hingegen Uneinigkeit.

Nun liegt ein neues Projekt vor: „Der Glasturm ist jedoch nicht von der Bildfläche verschwunden, im Gegenteil: Er kehrt zurück. Diesmal ist er noch gewaltiger, noch exponierter und noch besser sichtbar. Und: Die erst kürzlich sanierte Kölner Hütte muss dafür Platz machen“, kritisieren die Alpenvereine sowie die Umweltorganisationen.



Der geplante Glasbau würde mehr als 20 Meter aus dem alpinen Gelände ragen und 7 Stockwerke umfassen, samt auskragendem Restaurationsbereich und Panoramaterrasse. Damit würde ein ganzjährig erreichbares Bergrestaurant für das Ski- und Wandergebiet mit hochpreisigen, durchsichtigen Panoramazimmern das aus der Schutzhüttentradition gewachsene Kölner Hütte ersetzen.

Der Glasturm soll über unterirdische Rolltreppen, Aufzüge und Galerien mit der neuen unterirdischen Seilbahnstation der Kabinenbahn König Laurin und dem bestehenden Gastronomiebetrieb Laurins Lounge verbunden werden, wofür massive Erdbewegungen notwendig werden.



„Wie sensibel das Gelände in dieser Höhe ist, hatte der Erdrutsch im Juli 2020 bereits gezeigt“, heißt es in der Aussendung.

Schönheit und Einzigartigkeit des Dolomiten Welterbes respektieren

Aus Sicht von Alpenverein Südtirol, CAI Alto Adige, Dachverband für Natur- und Umweltschutz und Heimatpflegeverband Südtirol habe die Latemar Carezza GmbH die Ratschläge der Stiftung Dolomiten Unesco Welterbe missachtet.

Für die Verbände komme dieses Projekt einer Urbanisierung der Berge gleich. Für sie sei klar, dass dieser Neubau dazu dient, eine neue Attraktion für das Skigebiet Karersee/Carezza zu schaffen und dadurch die neue Kabinenbahn auszulasten. „Das Projekt verkennt, dass ein möglichst unberührtes Weltnaturerbe Dolomiten der eigentliche Schatz ist, von dem wir alle, allen voran auch Tourismus und Wirtschaft, profitieren. Der Rosengarten ist eine Attraktion an sich und braucht keine Inszenierung durch eine künstliche Landmarke wie dem Glasturm bzw. einem Glashotel“, so die Verbände.

stol