Donnerstag, 10. Oktober 2019

Neuer Free-Shuttle-Service am Bozner Friedhof

Am Donnerstag wurde am Bozner Friedhof der „Free Shuttle Service“ vorgestellt, der am 12. Oktober seinen Dienst aufnehmen wird. Von der Podini Foundation Onlus ins Leben gerufen und zusammen mit der Gemeinde Bozen und den Vereinen Malta Help.bz und Volontarius realisiert, ist diese Dienstleistung vor allem für Senioren und Gehbehinderte gedacht, welche die Gräber ihrer Verstorbenen besuchen wollen.

Mit diesem Golf-Car wird ab sofort am Bozner Friedhof ein Shuttle-Dienst angeboten; darauf freuen sich unter anderem Stefano Podini (rechts), Kanonikus Johannes Noisternigg (neben ihm) und Vizebürgermeister Luis Walcher (dahinter). - Foto: © DLife

Für diesen Dienst hat die Bozner Stiftung ein strombetriebenes 6-Sitzer-Golf-Car angekauft, das geräuschlos fährt, ohne die Umwelt zu belasten. Das Fahrzeug ermöglicht die Mitnahme von 5 Personen und einem klappbaren Stuhl, damit eventuell eine Sitzgelegenheit vor dem jeweiligen Grab geboten wird.

Während den Dienstzeiten des Golf-Cars werden von den Vereinen 2 Freiwillige anwesend sein (ein Fahrer und ein Freiwilliger, der am Startpunkt bleibt). Der Fahrer begleitet den jeweiligen Fahrgast zum Grab, wartet dort oder vereinbart den Rückholtermin.

Dienst an jedem Wochenende

Der Shuttle-Dienst wird am Samstag und Sonntag jeweils von 10 bis 16 Uhr (bis Ende Februar) angeboten; während Allerheiligen wird der Dienst erweitert.

Die Pressekonferenz wurde von Vizebürgermeister Luis Walcher eröffnet, der bestätigte, dass sich zahlreiche Besucher eine Hilfe gewünscht hätten, um die Gräber ihrer Verstorbenen zu erreichen. „Gerade aus diesem Grund ließ sich diese Idee der Podini Foundation sofort mit den reellen Bedürfnissen der Gemeinschaft vereinbaren.“

„Nach fast 10 Jahren“, erklärte daraufhin Stefano Podini, „ist unsere Stiftung teilweise ,nach Hause' zurückgekehrt; nach vielen Jahren Hilfstätigkeit im Ausland in Ländern mit gesundheitlichen und kulturellen Schwächen, haben wir beschlossen, einen wichtigen Teil unserer Bemühungen auf lokaler Ebene zu konzentrieren.“

Tod der Mutter machte die Podini-Brüder aufs Problem aufmerksam

Podini schilderte daraufhin den Auslöser für die Initiative: „Dieses spezielle Projekt ist nach dem Ableben unserer Mutter entstanden. Nach vielen Friedhofsbesuchen gemeinsam mit unserem Vater Giancarlo, haben meine Brüder und ich festgestellt, dass eine hohe Anzahl von Senioren und Gehbehinderten und Kindern, die den Rollstuhl eines Elternteils schieben, täglich mit erheblichen Problemen konfrontiert werden.“

Stefano Podini hat sich anschließend bei den beiden Vereinen Volontarius und Malta.help.bz. bedankt, die diesen Dienst das ganze Jahr über aufrecht erhalten werden. Claude Rotelli, Präsident von Volontarius, hat sich für diesen hervorragenden Dienst bedankt, in der Hoffnung, er könne ein Beispiel für andere Städte werden. Hans Christoph von Hohenbühel, Delegierter des Malteser Ordens, hat hervorgehoben, dass diese Initiative „ein klares Zeichen dafür sei, dass in dieser Stadt Menschen leben, die für andere da sind“.

„Eine Dienstleistung, die gegen den Trend geht“

Am Ende der Ansprachen hat Kanonikus Johannes Noisternigg, begleitet von Don Mario Gretter, das Golf-Car und besonders die am Projekt beteiligten Personen, sei es die Freiwilligen wie die Nutznießer, gesegnet. „Es ist eine Dienstleistung, die gegen den Trend geht, sich in sich selbst zu verschließen, hauptsächlich in den heiklen Momenten, wo man sich mit dem Tod auseinandersetzen muss“.

ds

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