„Wir Strafverteidiger verbringen den ganzen Tag von morgens bis abends in den Gerichtssälen. Wir sind keine Gäste. Und doch wurden wir bei der Wahl des neuen Standorts nicht im Geringsten einbezogen.“<BR /><BR /> Rechtsanwalt Alessandro Tonon, Vorsitzender der Strafverteidiger in Südtirol, hat v. a. logistische Bedenken. Die Kollegen seien besorgt. Bisher hätten die Rechtsanwälte – da alles unter einem Dach war – direkt von einer Verhandlung zur nächsten oder von einer Geschäftsstelle zur anderen eilen können.“ Auch hätten die Anwälte – wenn eine Verhandlung mit Verspätung begann – die Zeit optimal nutzen können, um bei der Staatsanwaltschaft und in den Gerichtskanzleien vorbeizuschauen und bürokratische Probleme zu lösen. <BR /><BR /> „Jetzt, da die Staatsanwaltschaft auf der einen Seite und das Gericht – ich weiß nicht wo – liegt, besteht die Gefahr, dass sich unsere Arbeit verlangsamt. Ich verstehe zwar die Dringlichkeit, ich verstehe, dass man sofort eine Lösung finden will, aber man hätte uns um Rat fragen können“, so Tonon. <BR /><BR />Die lokale Kammer der Strafverteidiger hat eine Notfallkommission eingesetzt, der neben Migliucci und Tonon auch namhafte Kollegen wie die Rechtsanwälte Paolo Fava und Carlo Bertacchi sowie Sekretär Lorenzo Coran angehören. Für Donnerstag wird indes ein Treffen mit Landesgerichtspräsidentin Francesca Bortolotti und dem Leitenden Staatsanwalt Axel Bisignano anpeilt – doch da dürfte der Vertrag mit den Inhabern der Ausweich-Justizgebäude schon unter Dach und Fach sein.