Montag, 05. November 2018

Neuer Lkw-Rekord am Brenner

In den ersten 10 Monaten dieses Jahres sind 2 Millionen Transit-Lkw (Fünfachser) über den Brenner gerollt, Einfahrten und Ausfahrten zusammengerechnet. Das sind um 6,3 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Jahres 2017 (1,88 Millionen Lkw). Für den Geschäftsführer der Brennerautobahn AG, Walter Pardatscher, ist klar, dass der Allzeit-Rekord beim Lkw-Aufkommen von 2017 damit am Ende des Jahres gebrochen wird.

Das Transit- Rekordjahr 2017 wird heuer getoppt werden. - Foto: D
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Das Transit- Rekordjahr 2017 wird heuer getoppt werden. - Foto: D - Foto: © D

Denn in den letzten beiden Monaten des Jahres würden sich keine großen Änderungen mehr ergeben, meint Pardatscher. Nicht nur das Verkehrsaufkommen bei den Lkw-Fünfachsern sei in diesem Jahr gestiegen, auch jenes bei den Vierachsern (wenn auch nicht so stark) und bei allen anderen Fahrzeugkategorien (Pkw, Kleinlaster, Busse usw.).

Pardatscher führt diese Verkehrssteigerung auf das Wirtschaftswachstum zurück 

Aber: „Im September und Oktober ist diese Tendenz schwächer geworden“, berichtet der A22-Geschäftsführer. Auch die Wirtschaftsdaten in Italien seien nicht mehr so rosig. Im Sommer hat die Wirtschaft in Italien überraschend stagniert, das Bruttoinlandsprodukt blieb zwischen Juli und September unverändert zum Vorquartal – das war die schwächste Wirtschaftsentwicklung seit 4 Jahren. Und das „spürt“ auch die Brennerautobahn. Im September gab es gegenüber dem Vergleichsmonat 2017 sogar einen Rückgang von 2,5 Prozent. Trotzdem steht für Pardatscher aber fest, „dass das Rekordjahr 2017 heuer getoppt wird“.

Ist der steigende Transit auch teilweise darauf zurück zu führen, dass der Online-Handel steigende Zahlen zu verbuchen hat und damit auch die Lieferungen zunehmen? „Ich kann das nicht beurteilen“, sagt Pardatscher. „Klar ist aber, dass insgesamt immer mehr Waren frei Haus geliefert werden. Das Bedürfnis an Transport von Waren und Personen nimmt zu. Dieser Trend wird zwar manchmal infrage gestellt, er wird aber immer wieder bestätigt.“

Ursache: günstige Lkw-Maut und billiger Diesel

Mit Ursache für den Transitverkehr über den Brenner sind bekanntlich die günstige Lkw-Maut und der billige Diesel in Österreich. Die Einführung einer Maut, mit welcher die verschmutzenden Lkw stärker zur Kasse gebeten würden (Eurovignette), lässt auf sich warten.

Die Einführung einer solchen Eurovignette wäre aber technologisch nicht einfach, sagt Pardatscher. Fährt ein Lkw am Brenner aus, so gebe es bereits jetzt sehr viele verschiedene Mautkombinationen – je nachdem, wo dieser Lkw in Italien eingefahren sei, jeweils eine andere. Mit einer Umsetzung der Eurovignetten-Richtlinie würde sich die Zahl der Mautkombinationen noch weiter steigern – weil es dann unterschiedliche Mauthöhen geben würde, je nach Schadstoffklasse des Lkw. „Auch wenn nur auf der A22 die Eurovignette eingeführt würde, so beträfe es indirekt das gesamte italienische Mautsystem – denn es hängt ja alles zusammen“, erklärt Pardatscher. Derzeit sei man in Italien dabei, sich den neuen Herausforderungen anzupassen.

D/hof

stol