Konrad Gasser hat vieles zu bedenken. Der neue Prader Pfarrer muss Land und Leute kennenlernen und sich in viele lokale Aufgabenbereiche einarbeiten.Ein Problem dabei: „Mizzi“ hat noch wenig Lust auf Neues.<BR /><BR />Konrad Gasser ist neuer Pfarrer in Prad und zugleich für die Pfarreien Stilfs, Sulden, Lichtenberg und Trafoi zuständig. Er liebt seine Katze „Mizzi“ und hat eine Vorliebe für die Oper, die klassische Musik und das Kochen. Die Rede ist von Konrad Gasser, dem neuen Pfarrer von Prad bzw. zugleich Pfarrseelsorger von Lichtenberg, Stilfs, Trafoi und Sulden.<BR /><BR />Gasser ist seit wenigen Tagen in Amt und Kirchenwürden und gerade dabei, sich ein wenig einzuleben in der Seelsorgeeinheit Ortlergebiet. Der Obervinschgau ist ihm dabei nicht fremd, denn er war bereits einmal Kooperator in Mals, das war in den Jahren 2010 bis 2012, wie Gasser erklärt. Diese Vergangenheit hat ihm die Entscheidung für die Seelsorgeeinheit auch ein wenig erleichtert.<h3> Erster Eindruck? Sehr positiv</h3>Die ersten Eindrücke hier seien sehr positiv, freut er sich. Er kennt die Vorgeschichte zum Pfarrerwechsel und weiß, dass sich viele vielleicht gewünscht hätten, dass Vorgänger Florian Öttl noch länger geblieben wäre. Das habe sich aber nicht negativ auf ihn ausgewirkt, er habe sich „nicht abgelehnt gefühlt“ in den Pfarreien, wie Konrad Gasser sagt.<BR /><BR />Der 53-Jährige war zuvor schon z. B. auch Kooperator in Sterzing und Pfarrer in St. Andrä bei Brixen, er hat aber auch eine sehr weltliche Vergangenheit: als Bankangestellter. Er sei über 12 Jahre in der Raika Untereisacktal beschäftigt gewesen, in den Bereichen Marketing und Schalterdienst, in der Kredit- und in der Versicherungsabteilung. „Ich habe alle Bereiche durchgemacht“, fasst er zusammen.<h3> Weltliche Vorgeschichte, dann die Entscheidung</h3>Über lange Zeit sei aber der Entschluss gereift, dass es mehr geben müsse als Geld und Gewinn und in dieser Auffassung wurde er auch von seiner damaligen Freundin bestärkt, sagt er. Sie habe Theologie studiert, letzten Endes führte sein Weg dann auch zum Theologiestudium und zum Priesterseminar in Brixen. <BR /><BR />Schon als Jugendlicher war Konrad Gasser jedoch bereits mit dem Glauben in Kontakt, denn mit 15, 16 Jahren sei er beispielsweise schon von sich aus in Gottesdienste gegangen. „Das hat mir gutgetan“, sagt er heute rückblickend und ergänzt, dass er mit 19 Jahren in den Kirchenchor eintrat, dann sei der Pfarrgemeinderat gefolgt usw. Das habe sich alles in Villanders abgespielt, aufgewachsen ist Konrad Gasser in Barbian. Zudem sei er auch religiös erzogen worden, wie er ergänzt.<BR /><BR />Die Kirchenwelt sei ihm also nicht „fremd“ gewesen, wie er sagt – dennoch habe sein Weg hin zum Priestertum etwas gedauert und er hätte sich auf diesem Weg durchaus auch selbst immer wieder geprüft. <BR /><BR />Die Priesterweihe erfolgte dann 2010 mit knapp 40 Jahren. Bereits zuvor hatte er an Weihen anderer Priester teilgenommen und auch dabei habe er gespürt, dass die Welt der Kirche die seine sein könnte. „Ich dachte, da zieht es mich hin“. Im fünften Jahr des Studiums kam dann für ihn bei einem Aufenthalt in Loreto der endgültige Entschluss: „Ja, ich möchte Priester werden“.<h3> <h3> Der Weg ist nicht immer gerade und klar</h3> </h3>Man sehe auch in seinem Fall, dass der Weg hin zur Berufung zum Priester nicht immer ein gerader und klarer sei, es gebe immer wieder Umwege oder Kreuzungsbereiche; zudem müsse ein Theologiestudium oder der Besuch des Priesterseminars nicht fix heißen, dass man Priester werde. Gasser sieht diesen Umstand auch als kleinen Hinweis für junge Menschen, die sich vielleicht überlegen, in die Welt der Kirche einzusteigen. <BR /><BR />Nun also ist Konrad Gasser im Obervinschgau und hat schon viele Treffen gehabt: mit Menschen in Cafés, mit dem Feuerwehrkommandanten, Gläubigen usw. Allesamt seien freundlich und aufgeschlossen gewesen, das sei sehr schön. <BR /><BR />Revolutionäre Änderungen werde er wohl keine einführen, antwortet der Pfarrer auf eine entsprechende Frage. Was ihm z. B. gefalle, sei die Idee eines Tauf-Sonntags einmal im Monat. Ansonsten lässt er die Dinge auf sich zukommen und hofft, auf die Mitarbeit vieler Freiwilliger zählen zu können – Gasser weiß genau, dass diese z. B. im Ministrantendienst sehr wichtig sind.<h3> „Mizzi“ hat noch wenig Lust auf Neues</h3>Ansonsten ist er gerade auch dabei, seine Katze „Mizzi“ einzugewöhnen, denn diese versteckt sich noch immer vor allem unter seinem Bett und muss den Umzug in den Prader Widum erst noch verdauen. Außerdem hat er bereits ein wenig gekocht – Birnen wurden eingekocht – und versucht, Ordnung in die Dutzenden von Umzugskartons zu bringen, die sich in und vor der Wohnung stapeln. Gasser hofft auch, weiterhin etwas Zeit zu finden für Konzerte und Opernaufführungen, z. B. am Innsbrucker Landestheater. Richard Strauss sei übrigens sein Komponisten-Favorit. <BR /><BR />Und er wünscht sich ein gutes Verhältnis mit den Menschen der Seelsorgeeinheit. Sie könnten ihn gerne mit „Pfarrer Konrad“ ansprechen, denn „Pfarrer Gasser“ oder „Herr Gasser“ sei irgendwie weniger persönlich. Er sei als Pfarrer im übrigen auch nichts Besonderes und schon gar „kein Außerirdischer“, sondern ein Gläubiger, der, wie viele andere auch, „im Glauben unterwegs“ ist.