Dienstag, 07. März 2017

Neuer Wächter im All: EU-Satellit zur Erdbeobachtung gestartet

Der Satellit Sentinel-2B soll mit Schwester-Trabanten alle 5 Tage aktuelle Bilder von der Erdoberfläche liefern, die kostenfrei verfügbar sein sollen.

Der neue EU-Satellit ist in der Nacht auf Dienstag von Französisch-Guyana erfolgreich gestartet.
Der neue EU-Satellit ist in der Nacht auf Dienstag von Französisch-Guyana erfolgreich gestartet. - Foto: © APA/AFP

Der fünfte europäische Erdbeobachtungs-Satellit Sentinel-2B ist in Französisch-Guyana erfolgreich gestartet. Pünktlich um 2.49 Uhr mitteleuropäischer Zeit hob am Dienstag die für kleinere Satelliten konzipierte Vega-Rakete auf dem Weltraumbahnhof im südamerikanischen Kourou ab. Fast genau eine Stunde später wurde der Satellit in seiner Umlaufbahn 786 Kilometer über der Erde ausgesetzt.

Gemeinsam mit dem baugleichen Sentinel-2A soll das Gerät Bilder von Landmassen, Inseln und Küstengebieten liefern. Beide Satelliten zusammen sollen künftig die gesamte Erdoberfläche innerhalb von 5 Tagen einmal abtasten. Bisher dauerte das 10 Tage. Ein Satellit kann dabei Streifen mit einer Breite von 290 Kilometern aufnehmen, die Auflösung liegt zwischen 10 und 60 Metern.

Das Copernicus-Programm, zu dem die Sentinels (Wächter) gehören, wird aus dem EU-Budget – also indirekt von den 28 Mitgliedsstaaten – und von den 22 Mitgliedsländern der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) finanziert. Die Daten sind für Nutzer kostenfrei verfügbar. Sie werden zum Beispiel in der Forst- und Landwirtschaft eingesetzt, um den Zustand von Pflanzen oder die Trockenheit von Böden zu beurteilen. Auch bei Naturkatastrophen wie Überschwemmungen sollen die Bilder nützlich sein.

apa/dpa

stol